Lippstadt. Der Automobilzulieferer Hella will seine Aktivitäten im Non-Automotive-Bereich verstärken und damit die Abhängigkeit von der Fahrzeugindustrie verringern. Vor rund einem halben Jahr hatte der Licht- und Elektronikspezialist bekannt gegeben, neben den drei Bereichen Licht, Elektronik und Aftermarket ein neues Geschäftsfeld außerhalb des Automobilsektors aufbauen zu wollen. Jetzt tragen die Bemühungen erste Früchte. „Wir haben insgesamt acht aktive Projekte im Non-Automotive-Bereich“, sagt Roland Dörner, Leiter Non Automotive.
Mit einer ersten Industrialisierung von Produkten rechnet er bereits für das kommende Jahr. Vor allem zwei Anwendungsgebiete erscheinen dem Manager interessant. Zum einen ist es der Einsatz von LEDs bei der Straßenbeleuchtung. Viele Kommunen stünden unter dem Druck, Kosten einsparen und energieeffizientere Systeme einsetzen zu müssen. Zudem dürfen ab dem Jahr 2012 für die Straßenbeleuchtung keine Quecksilber-Dampflampen mehr vertrieben werden.
Laut Hella gibt es in Deutschland rund neun Millionen Straßenlaternen. Dörner rechnet damit, dass das Unternehmen etwa 70 Prozent aller Anwendungen bei Straßenlaternen abdecken könnte. Er verweist auf externe Analysen, wonach in Deutschland in den nächsten drei Jahren jährlich Kosten in Höhe von rund einer Milliarde Euro für den Ersatz von Leuchtmitteln bei Straßenlaternen anfallen. Derzeit betreibt der Zulieferer, der im Geschäftsjahr 2007/2008 3,9 Milliarden Euro Umsatz erzielte, in mehreren Städten Testinstallationen.