München. „Jetzt zeigt es sich, wie stark Toyota wirklich ist“, sagt der Chef eines großen Autoherstellers. Jahrelang hätte die japanische Autoindustrie vom schwachen Yen profitiert. „Die haben Tausende Euro pro Auto gespart.“ Das sei jetzt vorbei, sagt der Autoboss, und reibt sich die Hände. Die Schadenfreude ist zwar unfein, aber verständlich: Vor allem Toyota war das Vorbild einer ganzen Manager-Generation – nicht nur in der Autoindustrie: effizient, qualitativ hochwertig, kundenorientiert, demütig.
Dass nun Japans Branchenprimus mindestens so tief in die Krise stürzt wie die Konkurrenz aus Europa, hat für die hiesigen Manager etwas Beruhigendes: Die kochen also auch nur mit Wasser. Vor allem der Anstieg des Yen- Kurses hat die Ertragsrechnungen der Auto-Konzerne über den Haufen geworfen – mehr als die Rezession selbst. „Der globale Automarkt ist dabei, zu kollabieren. Alle haben Probleme, aber die japanischen Hersteller leiden zusätzlich unter dem starken Yen“, sagt Ashvin Chotai, Geschäftsführer des Londoner Beratungshauses Intelligence Automotive Asia.