München. Im Zuge der Krise hat die Automobilindustrie ihre Werbeausgaben in Deutschland erheblich gekürzt. 2009 gab der Fahrzeugmarkt hierzulande 1,73 Milliarden Euro für Reklame aus, neun Prozent weniger als im Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Hamburger Institut Nielsen Research, das exklusiv für Automobilwoche die Aufwendungen in Deutschland ermittelt. Unter dem Begriff Fahrzeugmarkt fasst Nielsen neben der Pkw- und Nutzfahrzeugbranche auch Zweiräder, Reisemobile, Autohandel sowie die Zubehör- und Reifenindustrie zusammen.
Die Auswirkungen der globalen Wirtschaftkrise und die damit einhergehenden Sparmaßnahmen wurden im ersten Quartal vergangenen Jahres noch durch zusätzliche Werbung für die Abwrackprämie gemildert. Doch in den darauf folgenden Monaten sanken die Ausgaben deutlich. Für das vierte Quartal verzeichnet Nielsen einen Rückgang der Werbeaufwendungen im deutschen Automarkt von 5,3 Prozent. Selbst der seit Jahren spendabelste Autobauer Volkswagen kürzte 2009 sein Jahresbudget, wenn auch nur um 0,6 Prozent auf 198,5 Millionen Euro (siehe Grafik). Damit gaben die Wolfsburger das meiste Geld für Reklame aus – mit großem Abstand vor allen anderen Unternehmen. Ford, Audi und Opel gehören zwar zu den fünf großzügigsten Autoherstellern, kürzten aber alle ihr Budget.