München. Die weltweite Wirtschaftskrise hat drastische Folgen für die Werbeindustrie: Obwohl im deutschen Fahrzeugmarkt viele Hersteller von der Abwrackprämie profitierten, wurden die Budgets teilweise drastisch gekürzt. Die Ausgaben für klassische Werbung (TV, Radio, Print, Plakat, Kino) sind im zweiten Quartal dieses Jahres erheblich gesunken und liegen mit 467,7 Millionen Euro um 19,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahrs. Diese Zahlen hat das Hamburger Institut Nielsen Media Research ermittelt, das exklusiv für Automobilwoche die Werbeaufwendungen errechnet.
Die Auswirkungen der Finanzkrise wurden im ersten Quartal noch von der Abwrackprämie gemildert, die von zahlreichen Autoherstellern und Händlern zusätzlich beworben wurde. Daher waren die Ausgaben nur um 1,5 Prozent auf 418,3 Millionen Euro gesunken. Die kleineren Budgets im zweiten Quartal führten dazu, dass im ersten Halbjahr die Werbeausgaben um 11,7 Prozent auf 886,6 Millionen Euro zurückgingen.
Die Kürzungen im Fahrzeugmarkt (dazu zählt Nielsen neben der Pkw- und Nutzfahrzeugindustrie auch Zweiräder, Reisemobile, Autohandel, Autozubehör und Reifenindustrie) treffen besonders die Publikumszeitschriften: Sie verzeichneten im ersten Halbjahr ein Minus von 26,9 Prozent auf 129,8 Millionen Euro, im zweiten Quartal beläuft sich der Rückgang sogar auf minus 30 Prozent. In Zeitungen wurden im ersten Halbjahr ebenfalls erheblich weniger Anzeigen geschaltet – ein Einbruch von zwölf Prozent auf 251,3 Millionen Euro. Im zweiten Quartal gingen die Werbeinvestitionen hier um 23,5 Prozent zurück.