Hamburg. VW-Chef Martin Winterkorn sieht weiterhin enormes technologisches und wirtschaftliches Potenzial in der Zusammenarbeit mit Porsche. Auf der Hauptversammlung des Konzerns am Donnerstag in Hamburg sagte Winterkorn: "Gemeinsam haben wir das Zeug, das Kraftzentrum der internationalen Automobilindustrie zu bilden." Kooperationen beim VW Touareg, dem Porsche Cayenne oder Panamera sowie beim Audi Q7 würden dies unterstreichen, sagte Winterkorn.
Die Kooperation folge einer klaren wirtschaftlichen Logik. "Ich bin mir sicher, dass wir unsere Partnerschaft im laufenden schwierigen Autojahr 2009 weiter vorantreiben können und werden." Gerade in der aktuellen Krise müsse VW noch wettbewerbsfähiger werden. Die Stammbelegschaft solle dabei an Bord gehalten werden und es werde auch 2009 Neueinstellungen geben.
Einem Pressebericht vom Mittwoch zufolge hat Porsche Probleme bei der VW-Übernahme. Die Porsche-Eigentümerfamilien Piech und Porsche könnten den Kauf der Anteile nicht aus eigener Kraft stemmen, hieß es in dem Bericht. Deshalb plane der Stuttgarter Sportwagenbauer eine Kapitalerhöhung und suche nach einem Großinvestor.
Volkswagen nahm zunächst keine Stellung zu einem Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach VW in der Allianz mit Porsche jetzt die Vorherrschaft anstrebe. Nachdem Porsche wegen der steigenden Zinsen zunehmend Probleme bei der Finanzierung der Übernahme habe, erwäge Volkswagen jetzt, Porsche zu kaufen, schreibt das Blatt. Porsche hatte Anfang des Jahres die Mehrheit von knapp über 50 Prozent von Volkswagen übernommen und will diesen Anteil auf 75 Prozent steigern.
VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch antwortete ausweichend auf die Frage eines Aktionärs, ob VW die Absicht habe, sich bei Porsche zu beteiligen. Er sagte, das Management beschäftige sich regelmäßig mit Möglichkeiten, den Konzern weiterzuentwickeln. Beschlüsse des Vorstands gebe es dazu aber nicht.
Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück wandte sich in einer Erklärung gegen die Gerüchte, wonach die Porsche AG an VW verkauft werde und sich der Sportwagenbauer in finanziellen Schwierigkeiten befinde. "Ich bin verärgert, dass bestimmte Personen in den Medien Themen streuen, ohne dass diese im Porsche-Aufsichtsrat diskutiert oder gar beschlossen wurden", sagte Hück. Porsche erwirtschafte Gewinne, sagte der stellvertretende Aufsichtsratschef der Porsche Holding SE.