New York/Detroit. Die Absatztalfahrt am US-Markt hat sich - auch dank der amerikanischen Version der Abwrackprämie "Cash for Clunkers" - im Juli verlangsamt. Ford und Volkswagen konnten ihre Absätze gegenüber dem Vorjahresmonat sogar steigern. Praktisch alle Hersteller erlebten den bisher verkaufsstärksten Monat des Jahres. Die deutschen Autobauer profitierten aber nur zum Teil von der US-Abwrackprämie. Für den gesamten US-Markt schraubten Analysten am Montag ihre Prognosen für das laufende Jahr nun spürbar auf klar über zehn Millionen Stück hoch. Im vergangenen Jahr waren es noch gut 13 Millionen.
Der große Erfolg der erst Ende Juli gestarteten US-Abwrackprämie überraschte Politiker wie Experten - trotz des bekannten Ansturms in Deutschland. In weniger als einer Woche hatten US-Käufer fast die kompletten Staatsmittel von einer Milliarde Dollar aufgebraucht. Weitere zwei Milliarden Dollar für das Programm "Cash for Clunkers" ("Bares für Rostlauben") wurden in Windeseile beschlossen, brauchen aber noch die Zustimmung des Senats. US-Autokäufer erhalten je nach Spritersparnis des Neufahrzeugs bis zu 4500 Dollar (knapp 3200 Euro). Dem ursprünglichen Programm nach sollten rund 250.000 Alt-Fahrzeuge durch neue Modelle ersetzt werden.
Dem zweitgrößten US-Autobauer Ford ist erstmals seit Monaten eine Absatzsteigerung gelungen. Die Verkäufe der US-Marken Ford, Lincoln, Mercury sowie der schwedischen Tochter Volvo stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat insgesamt um 2,3 Prozent auf 165.279 Fahrzeuge, wie der Konzern am Montag in Dearborn mitteilte. Maßgeblich dazu beigetragen hätten auch die neuen verbrauchsärmeren Modelle. Ford hatte zum letzten Mal im November 2007 eine Verkaufssteigerung erzielt. Nach den ersten sieben Monaten im laufenden Jahr liegen die Verkäufe nun knapp 29 Prozent unter dem Vorjahr bei rund 941.000 Wagen.
GM dämmte den Absatzrückgang auf 19 Prozent ein und verkaufte rund 189.450 Fahrzeuge. Im Juni hatte das Minus noch bei 34 Prozent gelegen. Im Vergleich zum Vormonat seien die Verkäufe gestiegen. Die Produktion in den Nordamerika-Werken soll im dritten Quartal gegenüber dem ersten Halbjahr wieder hochgefahren werden. Bei Chrysler fielen die Verkäufe zum Vorjahr lediglich noch um etwas mehr als neun Prozent auf 88.900 Autos. Im Juni waren sie noch um 42 Prozent abgestürzt.