Stuttgart. Die missglückte Übernahme von VW hat Porsche einen Milliardenverlust eingebracht. Trotz eines Gewinns im Autogeschäft verbuchte die Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE im Ende Juli beendeten Geschäftsjahr 2008/2009 unter dem Strich einen Fehlbetrag von 3,6 Milliarden Euro, wie die Stuttgarter am Mittwoch mitteilten. Insgesamt fielen Belastungen von mehreren Milliarden Euro an. Nun will Porsche nach vorne blicken. Unter dem Dach von Volkswagen ergäben sich völlig neue Perspektiven, Entfaltungsmöglichkeiten und Chancen, sagte der Chef der Porsche AG, Michael Macht, am Mittwoch auf der Bilanz-Pressekonferenz.
Porsche rechnet auch im laufenden Geschäftsjahr mit tiefroten Zahlen. Es werde von einem niedrigen einstelligen Milliardenverlust ausgegangen, sagte der neue Vize-Chef der Porsche Holding, VW-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. Als Grund nannte der Manager den Konzernumbau auf dem Weg zur geplanten Verschmelzung mit VW im Jahr 2011.
Ausschlaggebend für die roten Zahlen im abgelaufenen Geschäftsjahr war laut Porsche zum einen, dass die Stuttgarter ihre Optionen auf VW-Aktien abgewertet hatten, um diese besser verkaufen zu können. Dies belastete das Ergebnis mit 2,5 Milliarden Euro. Außerdem musste Porsche durch die Erhöhung der Beteiligung an VW auf 50,76 Prozent den Wolfsburger Konzern erstmals voll konsolidieren. Dies führte zu Belastungen von 3,1 Milliarden Euro.
Die Stuttgarter hatten sich bei der geplanten Übernahme von VW massiv verhoben und einen riesigen Schuldenberg angehäuft. Die Nettoverschuldung lag Ende Juli bei 11,4 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte die Porsche Holding dank der Beteiligung an Europas größtem Autobauer noch einen Rekordgewinn von 6,4 Milliarden Euro verbucht.