Turin. Der italienische Fahrzeugkonzern Fiat will im Falle eines finanziellen Einstiegs beim angeschlagenen deutschen Autohersteller Opel auf die Schließung von Produktionsstätten verzichten. Dies erfuhr Automobilwoche von einem hochrangigen Mitglied eines internen Projektteams, das Fiat-Chef Sergio Marchionne mit Blick auf die Opel-Pläne jüngst aufgestellt hat. Zudem, so der Insider, lasse Marchionne bereits mit Hochdruck an Konzepten für eine Allianz mit Opel arbeiten, "die mit erheblich geringeren Einschnitten bei den Belegschaften beider Unternehmen auskommen sollen, als derzeit öffentlich gemutmaßt wird".
Nach ersten Analysen des Managements in Turin für das Fiat/Opel-Konzept seien im Fall einer Verbindung beider Pkw-Produzenten "weit weniger Überschneidungen der Zielgruppen zu erwarten, als landläufig angenommen". Überdies würden "die Chancen, die sich aus Skaleneffekten etwa über die gemeinsame Nutzung neuer Plattformen und Motoren ergeben, die Risiken einzelner Überlappungen der Produktpaletten bei Weitem überwiegen". Auch den Befürchtungen deutscher Opel-Repräsentanten, Fiat mangele es an der erforderlichen Finanzkraft für ein dauerhaftes und wachstumsorientiertes Engagement bei Opel, trat der Marchionne-Vertraute entgegen: "Fiat verfügt über eine ausreichende finanzielle Stärke und ist sehr wohl in der Lage, Opel gezielt zu helfen".