Wolfsburg. Europas größter Autobauer Volkswagen will nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr 2010 wieder beim Ergebnis und Umsatz zulegen. "Der Volkswagen-Konzern hat im vergangenen Jahr ordentlich Tempo gemacht. Und auch 2010 schalten wir nicht zurück", sagte VW-Chef Martin Winterkorn am Donnerstag in Wolfsburg. Die Verkäufe sollen nach dem leichten Zuwachs 2009 im laufenden Jahr ebenfalls weiter steigen. Dabei will der Konzern den Konkurrenten weitere Marktanteile abjagen. Als mögliche Risiken sieht das Unternehmen Wechselkurseffekte sowie Zinsschwankungen.
Für die weltweiten Automärkte rechnet der Konzern 2010 mit einer leichten Erholung. Der Weltmarkt werde leicht auf 53 bis 54 Millionen Personenwagen wachsen. Dabei warnte Winterkorn aber vor zu großem Optimismus: "Wer jetzt schon den großen Aufschwung ausruft, geht an der Realität vorbei." Auf das Vorkrisenniveau von 2007 werden die Märkte nach Einschätzung des Konzernchefs nicht vor 2012 zurückkehren. "Unsere Branche hat eine längere, steinige Wegstrecke vor sich."
Im vergangenen Jahr hat der Wolfsburger Konzern trotz leicht gestiegener Verkäufe auf rund 6,3 Millionen Wagen einen Gewinneinbruch von mehr als 80 Prozent verzeichnet. Nach fast 4,7 Milliarden Euro im Vorjahr verdiente der Konzern 2009 nur noch 911 Millionen Euro. Der Umsatz ging von rund 114 Milliarden Euro auf rund 105 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis sank von über sechs Milliarden Euro auf knapp 1,9 Milliarden Euro.
Konzernweit sank das operative Ergebnis von 6,3 Milliarden Euro auf nur noch knapp 1,9 Milliarden Euro. Den Löwenanteil steuerte Audi mit gut 1,6 Milliarden Euro bei. Die umsatzstärkste Kernmarke VW-Pkw kam auf 561 Millionen Euro, nach über 2,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Die spanische VW-Tochter Seat bleibt unter den einzelnen Marken das größte Sorgenkind des Konzerns. Seat rutschte 2009 tiefer in die roten Zahlen und verzeichnete Verluste in Höhe von 339 Millionen Euro, nach einem Verlust von 78 Millionen Euro im Jahr zuvor. Konzernchef Martin Winterkorn sagte am Donnerstag in Wolfsburg, Seat habe unter den massiven Auswirkungen der Krise besonders im Kernmarkt Spanien gelitten. Die Substanz bei Seat aber stimme. Die tschechische Tochter Skoda, die wie die Hauptmarke maßgeblich von der Abwrackprämie in Deutschland profitieren konnte, verbuchte ein operatives Ergebnis von 203 Millionen Euro. Von den Finanzdienstleistungen kam ein Ergebnisbeitrag von 606 Millionen Euro.
Den Ergebniseinbruch führte der Konzern vor allem auf den Trend zu kleineren Fahrzeugen zurück, an denen der Hersteller weniger verdient. Zudem habe es regionale Verschiebungen gegeben. VW verzeichnete 2009 besonders in China hohes Wachstum. Dort wurden allein 1,4 Millionen Wagen ausgeliefert. Weil dort Gemeinschaftsunternehmen betrieben werden, werden die Gewinne aber nicht im Konzernumsatz und dem operativen Ergebnis verbucht, sondern im Finanzergebnis. Das anteilige Ergebnis der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen wird mit 774 Millionen Euro angegeben.