München. Trotz einer leichten Erholung der Automobilmärkte gibt es für die Zulieferer 2010 keine Entwarnung. "Bei vielen Unternehmen ist nach dem anstrengenden Jahr 2009 finanziell die Luft raus“, sagt Andreas Möhlenkamp, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung. "Die Krise hat die Finanzdecke kleiner Betriebe stark angegriffen. Sie haben jetzt kaum mehr Mittel, auch weil Banken sich bei der Kreditvergabe nach wie vor zurückhalten“, ergänzt Siegfried Frick, Partner bei der Unternehmensberatung Deloitte. Die Zulieferer können daher nicht vom Aufschwung profitieren, sondern werden im Gegenteil sogar davon bedroht. Frick erwartet daher in den nächsten Monaten "viele zahlungsunfähige Betriebe“.
Jürgen Geißinger, Vizepräsident des VDA, bedauert, dass "viele Banken zu viele Unternehmen über einen Kamm scheren. Es ist aber nicht richtig, die Zulieferer heute auf Basis des Jahres 2009 zu bewerten.“ Wesentliche zukunftsgerichtete Aspekte würden so nicht bedacht. Der Chef der Schaeffler-Gruppe kritisiert aber auch, dass die von der Politik bereitgestellten Mittel bislang nur zu einem geringen Teil abgerufen wurden. "Der erste Schritt wäre es aber doch, die erforderlichen Anträge zu stellen. Ich könnte mir vorstellen, dass einige Unternehmen es als Makel betrachten, wenn sie den Deutschlandfonds nutzen, um eine Finanzierung zu bekommen. Es handelt sich dabei aber um keine Geschenke, sondern um Kredite mit marktüblichen Zinsen.“