München. Der Siegeszug der Smartphones hat auch die Autobranche elektrisiert. Denn die rasante Verbreitung der mobilen Mini- Computer schafft einen ganz neuen Kanal für die Kommunikation mit Kunden, Geschäftspartnern und Fahrzeughaltern. Sogenannte Apps, Miniprogramme für Smartphones, bringen schneller als erwartet das Internet ins Auto. Sie sind die Vorboten des vernetzten Automobils, bieten Verkehrsinformationen, warnen vor Radarfallen, informieren über freie Parkplätze und günstige Tankstellen oder empfehlen ein gutes Restaurant. Marktforscher von IMS Research erwarten, dass 2017 weltweit vier Milliarden Dollar Umsatz mit Apps fürs Automobil erzielt werden können. "Das Smartphone hat neue Bedürfnisse geschaffen. Viele Verbraucher wollen jetzt auch im Auto jederzeit mit dem Internet verbunden sein“, sagt Egil Juliussen vom US-Marktforscher iSuppli.
Im Mutterland von iPhone und Apps haben die Autohersteller das Potenzial der neuen Technik längst entdeckt. Jeder große Autobauer bietet in den USA mehrere Apps an, um zielgruppenspezifisch Emotionen zu schüren, Lust auf ein neues Auto zu wecken und um über die Modellpalette zu informieren. Auch viele Autohändler in Nordamerika nutzen die schnell programmierten Apps als lifestylige Möglichkeit, um ihre Kundenbindung zu verbessern, Wartungsaufträge zu organisieren oder um sich von der Masse abzuheben, die noch ganz auf Briefsendungen setzt. Die Phase der reinen Spiel-Apps haben die Hersteller schon hinter sich gelassen, denn sie haben erkannt: Wer dauerhaft Speicherplatz auf dem Smartphone seiner Kunden bekommen will, muss nützliche Anwendungen anbieten. Trendsetter in Deutschland ist – wen wundert's? – ein reines Online- Serviceunternehmen, der Marktplatz Mobile.de. Seit Kurzem können dort Autohändler eine kostenlose Applikation herunterladen, um ihre inserierten Fahrzeuge auch bei Facebook abzubilden. Übrigens: Demnächst werden auch die Leser der Automobilwoche via App auf ein breites Informationsangebot zugreifen können.