Köln/Dornach. Was passiert mit ausgedienten Hochvolt-Batterien von Hybridfahrzeugen und Elektroautos? Bislang ist die Zahl der Rückläufer noch sehr gering, doch schon in wenigen Jahren rechnen Fachleute mit deutlich steigenden Volumen. Das Potenzial ist enorm, wenn man bedenkt, dass in Europa jährlich rund 800.000 Tonnen Autobatterien neu in den Verkehr kommen. "Wir sind massiv damit beschäftigt, was man mit diesen neuen Batterien machen kann, wenn ihre Lebensdauer erschöpft ist“, sagt Achim Winter, Gründer und Aufsichtsrat des auf Entsorgung, Recycling und Abfallmanagement spezialisierten Unternehmens CCR Logistics Systems AG, einer Tochter der Reverse Logistics GmbH. Der Recyclingprozess bei den neuen Batteriearten sei zwar deutlich komplexer als bei der Blei-Säure-Batterie, dennoch lohne sich auch bei ihnen die Wiederverwertung. "Wenn die Massenströme größer werden, dann rechnen sich auch industrielle Anlagen“, sagt Winter.
In den nächsten zehn Jahren werde sich das Batterierecycling aber kaum verändern, weil die Blei-Säure-Batterie noch den allergrößten Anteil daran habe. Dank der etablierten Sammelstrukturen werde die Wiederverwertung der neuen Batterien keine grundsätzlichen Probleme bereiten, ist Winter überzeugt: "Es gibt neue Herausforderungen, aber die sind zu bewältigen.“ So seien die neuen Fahrzeugbatterien beispielsweise noch bedeutend größer und schwerer als die bisherigen Starterbatterien, was andere Sammelbehälter erfordere. Wohin die Entwicklung geht, zeigt ein neues Konzept von Toyota. Um das Rohstoff-Potenzial seiner wertvollen Nickel-Metallhydrid- Batterien noch besser als bisher zu nutzen, geht der japanische Autobauer bei der Wiederaufbereitung neue Wege. Statt auf das einfache Einschmelz-Recycling, bei dem der zurückgewonnene Nickel lediglich einer laufenden Stahlproduktion beigemischt wird, setzt Toyota auf eine Wiederverwendung der Nickel-Anteile beim Bau neuer Nickel-Metallhydrid- Batterien. "Batterie-zu-Batterie-Recycling“ heißt dieser Prozess. Gemeinsam mit Toyota Chemical Engineering baute Toyota in Japan jetzt eine spezielle Recyclinganlage, die einen effizienten Betrieb mit großen Mengen ermöglichen soll.