Köln. Was ist nur mit Toyota los? Der weltgrößte Autobauer hat ein wahres Schreckensjahr hinter sich. Ein bleibender Imageschaden, sinkende Marktanteile und schwache Vorzeichen für 2011 lassen nur einen Schluss zu: Toyota steckt in der tiefsten Krise seiner Geschichte. Im Januar begann der Hersteller eine noch nie da gewesene Rückrufaktion wegen klemmender Gas- und Bremspedale bei diversen Modellen. Insgesamt wurden weltweit mehr als zwölf Millionen Fahrzeuge zurückgerufen. Tödliche Unfälle mit Toyota-Modellen in den USA waren aber nicht auf defekte Bremspedale, sondern auf Fahrfehler zurückzuführen.
In Europa wurden keine solchen Unfälle bekannt. Doch dies kann nicht über die harten Fakten hinwegtrösten: In Europa verkaufte der südkoreanische Rivale Hyundai/Kia erstmals mehr Autos als Toyota. Per Ende November lag Toyotas Europa- Marktanteil nur noch bei 4,1 Prozent, im Vorjahr waren es noch 5,4 Prozent gewesen. In Deutschland schrumpfte der Marktanteil im gleichen Zeitraum um einen ganzen Prozentpunkt auf 2,6 Prozent. Toyota hat mit umfassenden Qualitätsmaßnahmen reagiert, auch beim Design soll eine neue, emotionalere Ära eingeläutet werden. Doch die Durststrecke für den technologisch breit aufgestellten Konzern und seine Händler dürfte noch lange dauern.