München. Den Namen Lotus verbinden nicht nur die Fans der britischen Marke mit hochkarätigen Rennwagen und Motorsport. Doch die mittlerweile zum malaysischen Proton- Konzern gehörende Lotus Group baut nicht nur Sportwagen (Lotus Cars), sondern verfügt auch über eine Engineering- Sparte. Robert Hentschel, seit Jahresbeginn Direktor von Lotus Engineering, setzt verstärkt auf Entwicklungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge. "Lotus Engineering hat sich in Richtung Hochtechnologie positioniert. Wir wollen nicht alles machen und so Gefahr laufen, unser Profil zu verlieren.“ Der Manager hat für diesen Weg verschiedene Kernkompetenzfelder definiert. Neben dem Knowhow bei Leichtbaustrukturen sind das die Integration von Elektrik und Elektronik im Auto sowie Engineering- Kompetenzen, um die Anforderung einer hohen Fahrzeugdynamik bei gleichzeitig geringem CO2-Ausstoß zu erfüllen.
Das Know-how hat Lotus Engineering im Konzeptfahrzeug Lotus Evora 414E Hybrid gebündelt. Der 414 PS starke Technologieträger wird derzeit auf dem Genfer Automobilsalon gezeigt. Auf der Autoschau wurde mit dem Proton Concept zudem ein Stadtfahrzeug vorgestellt, um so die Bandbreite im Engineering zu demonstrieren. Erst im Herbst 2009 hat Lotus Engineering im Rahmen des "Limo- Green“-Projekts von Lotus mit Jaguar und anderen Unternehmen einen Range-Extender-Motor für ein Hybridfahrzeug vorgestellt. Das Aggregat kann mithilfe eines Generators elektrische Energie entweder zum Laden der Batterie oder direkt für den Betrieb des Elektromotors nutzen. Bei der Internationalisierung legt Hentschel den Schwerpunkt auf China. Derzeit verfügen die Briten lediglich über ein Büro in Schanghai. Aber es gibt Überlegungen, in China einen Forschungsbereich aufzubauen. Auch der US-Markt birgt Chancen.
Zwar hat das Unternehmen schon einen Entwicklungsstandort im Bundsstaat Michigan, doch Hentschel prüft den Aufbau weiterer Kapazitäten an der kalifornischen Westküste. Lotus Engineering rechnet für das Geschäftsjahr 2009/2010 (endet am 31.3.) mit rund 61 Millionen Euro Umsatz – ein Plus von 15 Prozent gegenüber 2008/2009. Etwa 70 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen mit externen Kunden. Hentschels Ziel: "In den nächsten drei bis fünf Jahren wollen wir unseren Umsatz verdoppeln.“