New York/ Hamburg. Die Pannenserie bei Toyota könnte in den USA Schadensersatzklagen in Milliardenhöhe nach sich ziehen. Sollten sich die Kläger durchsetzen, könnten Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe entstehen, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD) in ihrer Freitagausgabe. Diese Summe errechnete der Anwalt und Rechtsprofessor an der Northeastern University in Boston, Tim Howard. Er koordiniere den juristischen Kampf gegen Toyota in Amerika, schreibt das Blatt. Aus anderen Quellen werden die Folgeschäden auf 24 Milliarden Dollar beziffert. Toyota selbst hat die Kosten für die Rückrufaktion bislang auf umgerechnet 1,4 Milliarden Euro kalkuliert.
Die Kläger unterstellen dem Autobauer, technische Probleme nicht rechtzeitig gelöst und Risiken verschwiegen zu haben. Auf ungewolltes Beschleunigen oder Bremsversagen werden aus Sicht der Betroffenen mehr als 30 Todesfälle zurückgeführt, hinzu kommen 100 Verletzte nach Unfällen. Daneben klagen Toyota-Besitzer über den Wertverlust ihrer Gebrauchtwagen und die betroffenen Händler und Autovermieter über Geschäftseinbußen. Aktienbesitzer führen den Verfall der Toyota-Papieren ins Feld.
Noch ist unklar, in welchem Umfang Howard und seine Kollegen ihre Klagen bündeln können, schreibt die Zeitung weiter. Am kommenden Donnerstag sollen Richter aus verschiedenen Bundesstaaten darüber beraten. Bislang seien mehr als 80 Klagen in 40 Bundesstaaten eingereicht worden, darunter zahlreiche Sammelklagen. Toyota hat wegen verschiedener technischer Defekte weltweit rund rund 8,5 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen.