Erlenbach. Der Spiegelhersteller Gentex ist dem Ziel, sich als Anbieter optoelektronischer Fahrerassistenzsysteme zu etablieren, einen weiteren Schritt vorangekommen. Für das Xenonlicht des neuen Audi A8 steuert der Zulieferer aus Zeeland (Michigan) den Fernlichtassistenten bei. Bereits 2005 hatte Gentex diese Eigenentwicklung in Europa eingeführt. Das System schaltet das Fernlicht des Fahrzeugs abhängig von den herrschenden Verkehrsbedingungen automatisch ein und aus. Der Fernlichtassistent setzt sich laut Geschäftsführer Klaus Weibler "zunehmend auch in den Segmenten der Klein- und Mittelklasse durch“.
Seit 2008 bietet der Zulieferer auch einen Innenspiegel mit integriertem Farbdisplay an, der den Fahrer darüber informiert, ob sich Personen oder Gegenstände im toten Winkel hinter der Heckklappe befinden. Nachgefragt wird dieser vor allem von asiatischen Autoherstellern. Mit neuen Technologien wie diesen werden bei Gentex mit Europa-Zentrale in Erlenbach bei Heilbronn rund 20 Prozent des Umsatzes erzielt. 2009 lag dieser bei insgesamt 545 Millionen Dollar (2008: 624 Millionen). Das wichtigste Produkt des Zulieferers bleibt aber der selbstdimmende Innenspiegel. Die weltweite Ausstattungsquote mit solchen Systemen bei Neufahrzeugen liegt bei rund 20 Prozent. Etwa drei Viertel davon stammen von Gentex. Stärkster Wettbewerber ist Magna Donnelly.
Europa war 2009 mit einem Umsatzanteil von 46 Prozent erstmals stärkster Markt des Zulieferers. Weibler führt das neben dem eingebrochenen US-Geschäft auch auf die stärkere Nachfrage nach Innovationen in Europa zurück. Das anziehende Geschäft spiegelt sich bei Gentex auch darin wider, dass der Zulieferer 2010 in den USA 100 Mitarbeiter in der Produktion einstellen will und weltweit noch 30 offene Stellen im Elektronikbereich besitzt.