Geislingen. Für das Institut für Automobilwirtschaft (IFA) ist es nicht die Frage, ob die "Elektro-Blase“ platzen wird, sondern wann. IFA-Leiter Willi Diez rechnet damit, dass der Hype um das Elektroauto spätestens in den Jahren 2012, 2013 in die "Phase der Ernüchterung“ treten wird. "In einer ökologisch-ökonomischen Nutzungsbewertung schneidet das Elektroauto nur dann gut ab, wenn man unterstellt, dass der benötigte Strom nicht aus fossilen Energieträgern, sondern aus Energieträgern gewonnen wird, die kein CO2 emittieren“, heißt es in einem Arbeitspapier des IFA.
Dabei werde jedoch leicht übersehen, dass die Preise für Strom erheblich steigen würden, "wenn zu seiner Gewinnung nur regenerative Energien eingesetzt würden“. Die heutigen relativ niedrigen Strompreise werden laut IFA nur erreicht, weil einerseits Strom deutlich weniger besteuert wird als Mineralöl und andererseits ein erheblicher Teil des Stroms aus der relativ günstigen Stein- und Braunkohle gewonnen wird. Nur aus regenerativen Energiequellen gewonnener Strom wäre mindestens 50 Prozent teurer.
Doch auch so ist der Strompreis nach Berechnungen des IFA zwischen 2000 und Mitte 2010 in Deutschland um 60 Prozent gestiegen. Der Benzinpreis erhöhte sich im gleichen Zeitraum nur um 40 Prozent.