München. Die Werbeausgaben des deutschen Kraftfahrzeugmarkts sind im dritten Quartal kräftig gestiegen. Dies geht aus Zahlen hervor, die das Hamburger Marktforschungsunternehmen Nielsen Media Research exklusiv für Automobilwoche erhoben hat. Von Juli bis September 2010 zahlten die Unternehmen aus der Fahrzeugindustrie 461 Millionen Euro für Werbeschaltungen – 19,7 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Damit liegen die Ausgaben der Fahrzeugindustrie über den durchschnittlichen Werbeinvestitionen im deutschen Gesamtmarkt, die im dritten Quartal um 13,5 Prozent wuchsen. Das Marktforschungsunternehmen Nielsen erhebt die Investitionen in die klassischen Medien TV, Radio, Zeitungen, Zeitschriften, Plakate, Kino und Internet.
In den ersten neun Monaten erhöhte sich das Werbevolumen des Kraftfahrzeugmarkts nur um 6,6 Prozent auf 1,438 Milliarden Euro, was auf das rückläufige erste Quartal zurückzuführen ist. Die Werbeausgaben in Deutschland stiegen insgesamt um 10,9 Prozent beziehungsweise 1,7 Milliarden Euro auf knapp 17,2 Milliarden Euro. "Wir verzeichnen am deutschen Bruttowerbemarkt einen nachhaltigen Optimismus“, sagt Ludger Wibbelt, Geschäftsführer Nielsen Deutschland. "Der Werbemarkt hat seit Anfang des Jahres enorm Fahrt aufgenommen.“ Er führt dies auf die positive Konjunkturentwicklung und "das schwache Vergleichsjahr 2009“ zurück. "Insgesamt wird das Jahr 2010 auch mit einem sehr erfreulichen Bruttowerbeplus abschließen“, prognostiziert Wibbelt. Nielsen zählt zum Kraftzeugmarkt neben Pkw auch Nutzfahrzeuge, Zweiräder, Reisemobile, Autohandel und -zubehör sowie die Reifenbranche.
Die spendabelsten Werber sind traditionell die Automobilhersteller. Im dritten Quartal zahlte Volkswagen mit 54 Millionen Euro am meisten für Reklame, gefolgt von Opel mit 34 Millionen Euro. Der Importeur Renault gab 33 Millionen Euro für die Schaltung von Werbung aus, den vierten Platz mit jeweils rund 28 Millionen Euro teilen sich Audi und Toyota. Beim Vergleich der Werbeinvestitionen der Hersteller in den ersten neun Monaten dieses Jahres ergibt sich eine andere Rangfolge: Zwar führt auch dort VW mit 158 Millionen Euro, aber auf Platz zwei liegt Renault (110 Millionen Euro), dahinter Daimler (96), Toyota (87) und Opel (86). Im dritten Quartal 2010 waren TV-Spots das bevorzugte Werbemittel. Dafür zahlte die Fahrzeugindustrie insgesamt 158 Millionen Euro – 10,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für Anzeigen in Zeitungen berappten die Unternehmen mit 104 Millionen Euro 0,3 Prozent weniger als noch 2009. Die Anzeigenschaltung in Publikumszeitschriften stieg um 27,6 Prozent auf 74 Millionen, die Fachzeitschriften verbuchten sechs Millionen Euro – ein Plus von 46 Prozent. Auch für Hörfunk-Spots gab der Kraftfahrzeugmarkt im dritten Quartal mehr Geld aus: 51 Millionen Euro entfielen aufs Radio. Das Internet verzeichnete eine Steigerung von knapp 62 Prozent auf 48 Millionen Euro, in Kino-Spots f