Augsburg. Das bayerische Unternehmen Kuka setzt große Erwartungen in den Leichtbauroboter (LBR), der Ende 2011 auf den Markt kommen soll. Die von den Augsburgern in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelte Maschine stößt "auf ein großes Interesse im Markt“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Till Reuter. Im Rahmen von Pilotprojekten werden bereits rund 50 dieser Roboter bei Kunden und Forschungseinrichtungen eingesetzt. Neben Anwendungen im Automobilbereich setzt Reuter, der Ende April vom Kuka-Aufsichtsrat bis Ende 2013 als Vorstandschef bestellt wurde, auf Abnehmer in der Medizintechnik.
Der LBR, der in der zweiten Jahreshälfte 2011 in Serie geht, soll im Medizinbereich etwa bei Operationen oder in der Therapie eingesetzt werden. Insgesamt sieht Reuter in der Medizintechnik einen Gesamtmarkt von 3,3 Milliarden Euro. Er lässt allerdings offen, welchen Anteil sich Kuka an diesem Markt sichern will. Bisher setzt das Unternehmen dort 15 Millionen Euro um. Ein Ausbau der Medizintechnik soll helfen, die Abhängigkeit vom Automobilgeschäft zu verringern. Dieses trägt derzeit noch mehr als zwei Drittel zum Gruppenumsatz von rund 900 Millionen Euro bei. Das finanzschwache Unternehmen will zudem durch die bis Ende Juni geplante Kapitalerhöhung statt der ursprünglich genannten 23 Millionen Euro nun einen Emissionserlös von 50 Millionen Euro erzielen. Hauptaktionär Grenzebach hat eine Beteiligung von 15 Millionen Euro bereits zugesagt. Der zweite Großinvestor Guy Wyser-Pratte wird nach Angaben des Kuka-Chefs "mitziehen“.