München. Der Industriekonzern Siemens rückt als Partner der Automobilindustrie wieder stärker in den Blickpunkt. Treiber dafür ist das Elektroauto. Zwar haben sich die Münchner 2007 mit dem Verkauf der Automobilsparte Siemens VDO an Continental vom Geschäft mit Fahrzeugprodukten getrennt, doch gibt es nach wie vor viel Know-how im Unternehmen, das für die Automobilindustrie von Interesse ist. Etwa im Bereich Siemens IT Solutions and Services: "Wir machen dort Software-Entwicklung für Steuergeräte. Angefangen von der Motorsteuerung bis hin zu einer Head-Unit in einem Navigationssystem“, erläutert Markus Zahnjel, Leiter des Segments Car Electronics. Dieses Know-how bieten die Münchner nach dem VDO-Verkauf verstärkt extern an. "Das konnten wir vorher aus Wettbewerbsgründen nicht.“
Derzeit arbeiten die Software- Spezialisten eng mit dem Siemens- Sektor Energy zusammen, der vom ehemaligen VDO-Chef Wolfgang Dehen geleitet wird. So ist der Bereich Energy etwa beim Thema Lade-Infrastruktur für Elektroautos aktiv. Entwickelt werden dort Ladestationen für Parkhäuser und öffentliche Plätze. "Unsere Siemens-Philosophie dahinter lautet, dass wir nicht glauben, dass sich künftig solche Ladestationen losgelöst von einer IT-Lösung am Markt verkaufen lassen. Entscheidend für den Erfolg wird das Geschäftsmodell eines Anbieters für Elektromobilität sein“, so Zahnjel. Er hält Modelle, die denen von Telekom-Providern ähneln, für wahrscheinlich – also vor allem kombinierte Angebote und weniger Modelle wie die eines Tankstellenbetreibers, der in erster Linie am Verkauf von Kraftstoff verdient.