München. In der Zulieferbranche wächst die Zuversicht. Die guten Umsatz- und Ertragszahlen des ersten Quartals 2010 und positive Ausblicke auf die nächsten Monate bei Unternehmen wie ZF, Mahle und Bosch sind Beleg dafür. Unterstützt wird der Trend durch Studienergebnisse der Unternehmensberatung Roland Berger. "Im Vergleich zum letzten Normaljahr 2008 steigt der Wert der Zulieferkomponenten bis 2020 um 160 Milliarden auf über 660 Milliarden Euro.“ Marcus Berret, verantwortlicher Partner für das weltweite Zulieferer-Geschäft und Studienautor von "Win with the Winners“, sieht vier Faktoren als Treiber:
• regulatorische Anforderungen, insbesondere durch den Zwang zur Reduktion von CO2-Ausstoß und Verbrauch
• weiter steigende Sicherheitsanforderungen
• höhere Komfortansprüche
• Zwang zu bezahlbarer Mobilität, getrieben vor allem aus den Emerging Markets
Partner Wolfgang Bernhart, Koordinator der Technologieaspekte in der Studie, ist davon überzeugt, dass vor allem Zulieferer aus dem Bereich Antriebsstrang vom Wachstum profitieren.
Doch es gibt große Unterschiede: "Während der Bedarf nach Leistungselektronik, elektrischen Antrieben und Hochvolt-Batterien mit zweistelligen Raten pro Jahr steigt, stehen einfachere, rein mechanische Komponenten unter Substitutions- und Kostendruck.“ Diese Differenzierung gilt auch für den Fahrwerkbereich. Hier wird eine Ablösung mechanischer Komponenten durch mechatronische Systeme erwartet. Bei Exterieur- und Interieurkomponenten sehen die Autoren einen deutlich geringeren Innovationsgrad. "Das Segment bleibt auch weiterhin im Wesentlichen getrieben durch Preis und Volumen“, glaubt Berret. Stark gefordert sind Anbieter von Infotainmentprodukten, vor allem Hersteller von Navigationssystemen. Kostenlose Angebote auf mobilen Systemen stellen im Volumensegment das Geschäftsmodell der Zulieferer infrage. Zudem werden die Systeme immer weiter aufgeteilt: Bei Displays steigen verstärkt asiatische Anbieter ins Automotive-Geschäft ein.