München. Die Automobilkrise 2008/2009 hat tiefe Spuren in der weltweiten Zulieferindustrie hinterlassen. So sank 2009 der Umsatz der Zulieferer global um etwa 25 Prozent, die durchschnittliche Rendite (EBIT) von 5,7 Prozent (2007) auf etwa minus 1,5 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Roland Berger in ihrer aktuellen Untersuchung "Angezogene Handbremse – Die Konsolidierung in der Zulieferindustrie kommt nicht in Fahrt“.
Trotz der größten Krise in der Geschichte der Branche kommt die Konsolidierung nur schleppend in Gang, so die Erfahrungen der Automobilexperten. Zum einen ist für strategische Investoren der Markt wegen der niedrigen Margen und der hohen Überkapazitäten nicht besonders attraktiv. Zum anderen fehlt es bei den Zulieferern selbst an liquiden Mitteln sowie den nötigen Management- Ressourcen für Zukäufe. Zudem würden sich die Automobilhersteller in vielen Segmenten keine weitere Konsolidierung der weltweiten Wettbewerbsstruktur wünschen, so die Analyse der Unternehmensberatung. Dies sei vor allem in produktfokussierten Bereichen wie Bremsen, Turbolader oder Kolben der Fall. "Die Fahrzeughersteller müssen implizit natürlich jeder Transaktion zustimmen. Und aus Sicht der Hersteller sind viele Segmente bereits ausreichend konsolidiert“, so die Einschätzung von Marcus Berret, Partner bei Roland Berger in München.