Coburg. Der Zulieferer Brose will das Angebot künftig weiter in die Breite entwickeln. "Dabei kombinieren wir unsere Mechanik-Kompetenz bei Verstellmechanismen mit unserem Antriebs-Know-how und Volumen bei Elektromotoren und ergänzen mit eigenen Elektronikaktivitäten die so geschaffenen mechatronischen Systeme“, erklärt Jürgen Otto, Vorsitzender der Geschäftsführung der Brose-Gruppe. Zu den Produkten der Coburger gehören unter anderem Fensterheber-, Tür-und Schließsysteme sowie Elektromotoren. So will Otto den fränkischen Zulieferer zu einem Unternehmen entwickeln, das künftig Antriebsmotoren für Elektroautos herstellt. "Ob wir das alleine machen oder in Kooperationen, darüber ist noch keine Entscheidung gefallen. Aber wir führen aktuell sehr intensive Gespräche mit unseren Kunden, den Fahrzeugherstellern.“
Derzeit bietet Brose Antriebe mit einer Leistung bis zu 1,2 Kilowatt an. "Angedacht sind aber Motoren mit bis zu 125 Kilowatt Leistung. Es gibt heute große Anbieter von ganzen Antriebssträngen für Elektroautos. Wir sehen unseren Vorteil darin, dass wir wendiger sind und in einer Arbeitsteilung gut auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen können“, erläutert der Brose-Chef. Die Gruppe hatte auch im Krisenjahr 2009 bei einem Umsatz von 2,6 Milliarden Euro noch einen leichten Gewinn geschafft. 2010 sollen 3,3 Milliarden Euro Umsatz erreicht werden. Bei der Verbreiterung des Angebots kommt dem Zulieferer auch das Know-how der im April 2008 von Continental erworbenen Elektromotorensparte zugute. "Ursprünglich wollten wir nur unser Geschäft mit Fensterheberantrieben stärker ausbauen. Durch den Zukauf haben wir zusätzliche Technologien, Kompetenzen und Marktmöglichkeiten vorgefunden, die wir nun viel breiter angelegt nutzen können“, erklärt Otto. Beim Thema Elektromotoren ist für ihn die bürstenlose Technologie einer der großen Trends. Zu den Vorteilen zählt Otto Verschleißarmut, Kompaktheit, Leistungsstärke und das geringere Gewicht. "Im Gesamtpaket ist die bürstenlose Technologie für den Kunden deutlich attraktiver als die konventionellen Lösungen“, so Otto.
Er räumt aber ein, dass die neue Technologie derzeit noch etwas teurer ist als die herkömmliche. Fest im Plan ist auch der Ausbau des Standorteverbunds. Im Fokus steht dabei vor allem Asien. So ist neben den vier Werken in China ein weiteres in Chongqing geplant, das Headquarter in Schanghai soll durch einen Neubau ersetzt werden. In Pune (Indien) läuft Anfang 2011 zunächst die Produktion von Fensterhebern an. Sukzessive soll dann das komplette Produktprogramm von Brose folgen. Auch in Thailand wird noch in diesem Jahr ein Werk in Betrieb genommen. Zudem startet 2011 in Russland die Produktion von Fensterhebern und Elektromotoren. In Mexiko werden die Kapazitäten am Hauptstandort Querétaro verdoppelt, und die Werke in Tuscaloosa (USA) und Ostrava (Tschechien) werden erweitert.