München. Die BMW Group führt ein neues Reparaturverfahren in ihrer Handelsorganisation ein. Von der Hybrid-Fügetechnik Kleben und Nieten verspricht sich der Konzern bei der Reparatur von häufig beschädigten Karosserieteilen aufgrund einer schnelleren Vorgehensweise erhebliche Kostenvorteile. Die Fügetechnik ersetzt das bisherige Schweißen. Ende des Jahres sollen 70 Prozent aller Reparaturen, die bislang Schweißarbeit erforderten, in der neuen Technik durchgeführt werden. Bis dahin sollen weltweit alle BMW-Betriebe geschult sein.
Der Automobilhersteller wendet die Fügetechnik bei den Marken BMW und Mini an. Das Kleben und Nieten wird unter anderem bei den hinteren Seitenwänden, den vorderen Radhäusern, beim Motorträger und den vorderen Stützträgern eingesetzt. "Der traditionelle Karosserieinstandsetzungsprozess ist heiß“, sagt Wolfgang Hundt, Leiter Wartung und Instandsetzung. Die Klebe- und Niettechnik bezeichnet Hundt als "kalten Prozess“. Mit dem Einsatz des neuen Verfahrens würden Schweißspritzer und Funkenflug der Vergangenheit angehören. Auch unerwünschte Verformungen durch Hitzeeinwirkung seien dann passé. Ein weiterer Vorteil ist laut Hundt, dass nun unterschiedliche Materialien wie Stahl, Aluminium und Kunststoff miteinander verbunden werden können.
Das wichtigste Argument für die Einführung der Technologie ist für BMW die Zeit- und Kostenersparnis, denn der Montageaufwand ist erheblich geringer. Im Gegensatz zum Schweißprozess muss beim Nieten und Kleben beispielsweise der Kraftstofftank nicht abmontiert werden. Aufgrund der vergleichsweise sauberen Arbeitsabläufe reduziert sich zudem der Aufwand für das Abdecken von Fahrzeugteilen. Hundt rechnet beim Austausch einer hinteren Seitenwand bei einem BMW Dreier mit einer Zeitersparnis von acht Stunden, bei der Aluminium-Dachaußenhaut der Luxuslimousine Siebener reduziere sich die Arbeitszeit um neun Stunden.