Detroit/Köln. Nach dem weltweiten Start des Fiesta und des neuen Focus spannt Ford alle Kräfte an, um auch im C/D-Segment ein Weltauto zu entwickeln. Denn nach dem Facelift des europäischen Mondeo wird es keinen direkten Nachfolger mehr geben, sondern einen neuen Mittelklassewagen, der im Zuge der „One- Ford“-Strategie möglichst viele Gleichteile aufweisen soll. „Wir arbeiten dran“, sagte ein leitender Ford-Manager, der nicht zitiert werden will, der Automobilwoche. Marktstart soll demnach 2014 sein. In den USA soll die neue Plattform den dortigen Fusion ersetzen, eine 4,84 Meter lange Mittelklasselimousine, die nichts mit dem europäischen Fusion zu tun hat. Offen äußert sich dazu zwar noch niemand bei Ford, doch selbst Europa-Chef Stephen Odell lässt schon einiges durchblicken: „Es ist klar, dass es Sinn macht, gemeinsame Plattformen möglichst in allen Segmenten zu nutzen“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung.
Im Gegensatz zu Fiesta und Focus soll das künftige C/D-Weltauto im Wesentlichen in den USA entwickelt werden. Für den europäischen und den chinesischen Markt sollen die dortigen Entwickler dann marktgerechte Anpassungen vornehmen. Mit der Nutzung einer globalen C/D-Plattform könnte sich für Ford sogar die Rückkehr in die Oberklasse rechnen. Bis 1985 hatte die Marke in Europa den Granada angeboten. Seit dem Verkauf von Jaguar, Volvo und Land Rover haben die Amerikaner im prestigeträchtigen Segment nur noch die US-Marke Lincoln im Portfolio, die außerhalb der USA keine Rolle spielt.
Versprochen hat die Konzernführung zwar sieben neue oder aufgefrischte Lincoln- Modelle bis 2014 – doch präsentiert wurde bisher keines. Zumindest einen Teil dieser Lücke könnte die künftige C/D-Plattform füllen. „Wir schauen uns alle Möglichkeiten an“, sagt Europa-Chef Odell zum Thema Oberklasse. Priorität in der Entwicklung hätten aber die Kernprodukte. Beim Ausquetschen der neuen C-Plattform ist Ford unterdessen dabei, noch mehr als die inzwischen verfügbaren zehn Derivate auf die Räder zu stellen. „Ein eigenes Derivat für China und Asien im C-Segment gibt die Plattform her“, sagt C-Line-Entwicklungschef Gunnar Herrmann.