München. Die Affen sind legendär. Sie turnen vergnügt an aufgehängten Autoreifen, doch als heftiger Regen einsetzt, rutscht ein Orang-Utan nach dem anderen vom Pneu. Nur der Affe auf dem Uniroyal-Reifen kann sich halten. Mit diesem TV-Spot ging die Marke in die Werbegeschichte ein. Andere Hersteller setzten auf weltberühmte Testimonials, damit sich die Zuschauer nachhaltig an ihr Unternehmen erinnern. Unvergessen ist der Mercedes-Film mit Boris Becker und Mika Häkkinen, die sich im Jahr 2029 als sichtlich gealterte Sporthelden über den Golfplatz schleppen. Der greise Becker verkauft sein Fahrzeug nicht – schließlich hat er auf seinen Mercedes eine Mobilitätsgarantie von 30 Jahren.
Audi hat es geschafft, technische Innovationen in aufsehenerregenden Filmen zu vermitteln. Das Remake des Schanzenspots, in dem ein Fahrzeug mit Quattroantrieb eine Skisprung-Schanze hochfährt, ist einer von mehr als 50 Werbefilmen aus den vergangenen Jahrzehnten, die Automobilwoche jetzt anlässlich des Jubiläums "125 Jahre Automobil“ im Internet zeigt. Ob historische Schwarz-Weiß- Streifen, Trickfilme oder technisch aufwendige Werbepots – auf der Sonder-Homepage "125jahreauto.com“ findet der User unter der Rubrik "Videogalerie“ eine Auswahl der TV-Spots, die von den Unternehmen als ihre jeweils gelungensten auserkoren wurden. Sie stehen im Wettbewerb um den Titel "Bester Werbespot aller Zeiten“.
Die Entscheidung treffen die Automobilwoche-Leser. "Heute müssen die Kreativen Außergewöhnliches leisten, damit sich ein Werbespot im hart umkämpften Wettbewerbsumfeld durchsetzen kann“, sagt Marketing- Professor Dieter Dahlhoff. Die Zahl der TV-Spots sei stark gestiegen, ebenso die Ansprüche der Zuschauer. "Die technische Qualität der Werbespots hat sich erheblich verbessert – aber origineller sind die aktuellen Filme nicht.“ Früher lockte ein roter Renault Clio Adam und Eva im Paradies vom Apfel weg. Das waren noch Zeiten.