Wolfsburg/Stuttgart/München. Erst musste VW die geplante Übernahme von Porsche für dieses Jahr abblasen - jetzt drohen neue Probleme: Laut einem Bericht in den "Stuttgarter Nachrichten" (Montagsausgabe) klagt der Münchner Kapitalrechtsanwalt Franz Braun von der Kanzlei CLLB gegen den geplanten schrittweisen Kauf des Porschgeschäfts durch VW. Begründet wird die Klage mit der Tatsache, dass durch den Kauf Geld verloren gehen könnte, das für Schadenersatz benötigt werde, sagt Franz Braun. "Wir prüfen deswegen gerade, ob man diesen Plan B nicht vor Gericht stoppen lassen kann", so Braun weiter. Der Dachgesellschaft des Sportwagenbauers, der Porsche Automobil Holding SE, bestätigte einen entsprechenden Schriftsatz des Landgerichts Braunschweig.
Der Fall VW/Porsche liege dem 39-jährigen Anwalt und Partner der CLLB-Kanzlei laut eigenen Aussagen schon seit zweieinhalb Jahren auf dem Tisch. Dass erst jetzt Klage eingereicht werden soll, sei unter anderem der Tatsache geschuldet, dass der entstandene Schaden vor einem deutschen Gericht möglichst auf den Cent genau angegeben werden muss. Braun vertritt insgesamt 41 Kläger, die Porsche und VW Falschinformationen vorwerfen. Insgesamt geht es laut Braun um Ansprüche in Höhe von 1,1 Milliarden Euro. "Wir gehen momentan davon aus, dass der Betrag voraussichtlich noch erweitert werden wird", so Braun gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Noch stehe die Anwaltskanzlei in Verhandlungen mit weiteren angeblich Geschädigten. Laut Braun sei Porsche moralisch als Handelnder der Hauptschuldige. Damit ist VW aber längst nicht aus dem Schneider: "VW umgekehrt hat gar nichts gesagt, wäre allerdings aus unserer Sicht juristisch dazu verpflichtet gewesen, da das Unternehmen die Aktien herausgegeben hat, um die es geht", erklärt Braun gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Auch der damalige VW-Aufsichtsrat und heutige Bundespräsident Christian Wulff könnte von dem Fall betroffen sein, da er laut Braun von den Übernahmeplänen gewusste habe. Deshalb habe er möglicherweise gegenüber VW eine zivilrechtliche Verantwortlichkeit. (Foto: gem)VW: Neue Probleme bei geplanter Übernahme
Es geht um Milliarden: Nachdem die Fusion zwischen der Porsche SE und dem Volkswagen-Konzern für dieses Jahr ad acta gelegt wurde, könnte nun laut einem Medienbericht auch Plan B scheitern. Ein Münchner Kapitalrechtsanwalt versucht mit einer Klage, VW am Kauf des Porschegeschäfts zu hindern.
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