Leverkusen. Der japanische Autobauer Mazda kann sich keine teure Entwicklung alternativer Antriebstechnologien leisten. Aber Not macht offenbar erfinderisch: Bei der New York Auto Show (22. April bis 1. Mai) stellen die Japaner selbstbewusst ihre sogenannte "Skyactiv“-Technik vor. Mazda verspricht dabei deutlich sparsamere Antriebe, geringere CO2-Emissionen und zugleich mehr Fahrspaß und Sicherheit. Bis 2015 will Mazda die neue Technologie auf alle Modelle ausrollen und den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen dadurch um 23 Prozent gegenüber dem Stand von 2008 senken. Die Grundidee klingt spannend: Statt an einzelnen Stellschrauben wie Motoreffizienz, Roll- und Reibwiderständen, Gewicht und effizienteren Getrieben zu drehen, will Mazda an allen Hebeln gleichzeitig ansetzen. Das erste Modell, das von dem Technologiepaket profitieren soll, ist der Mazda3, der für das Modelljahr 2012 grundlegend überarbeitet wurde. Auf den Markt kommt der aufpolierte Mazda3 in diesem Herbst.
Fortschritt durch Feinschliff
Hauptansatz ist zunächst der Motor: Bei den Benzinern wurde das Verdichtungsverhältnis auf 14:1 deutlich angehoben, womit die Verdichtung sogar höher liegt als bei einem heutigen Formel-1- Wagen und damit den höchsten Wert in einem Serien-Pkw darstellt. Mazda verspricht, das bei hoher Verdichtung drohende Klopfen in den Griff bekommen zu haben. Zudem soll das Drehmoment um 15 Prozent höher liegen als bei vergleichbaren Benzinern mit herkömmlicher Technik. Auch die Dieselmotoren wurden der Prozedur unterzogen. Ergebnis laut Mazda: Senkung von Verbrauch, CO2-Emission und innerer Reibung um 20 Prozent – bei einer Verdichtung von ebenfalls 14:1, dem weltweit niedrigsten Wert bei Dieselmotoren.
Zweite Stellschraube ist der Leichtbau. Viele Hersteller verwenden den derzeit angesagten Begriff, aber nur wenige schaffen es wirklich, neue Modelle deutlich leichter zu machen als ihre Vorgänger. Mazda verspricht für die neuen Motoren eine Gewichtseinsparung von zehn Prozent. Die Rohkarosserie ist dank dünner, hochfester Stähle laut Hersteller um acht Prozent leichter und soll dennoch bei der Steifigkeit um 30 Prozent zugelegt haben.
Das komplette Fahrwerk soll um 14 Prozent abgespeckt und zugleich bei Präzision und Handling gewonnen haben. Letzter Baustein ist eine neue Getriebegeneration, Skyactiv-Drive genannt. Dazu gehört eine neue, sechsstufige Wandler-Automatik. Sie löst den bisherigen Fünfstufen- Wandler ab und soll laut Mazda die Vorzüge eines variablen Getriebes mit denen eines Doppelkupplungsgetriebes kombinieren. Mazda verspricht dadurch eine Senkung des Spritverbrauchs um sieben Prozent. Unter dem Namen Skyactiv-MT kommt auch ein besonders kompaktes Schaltgetriebe auf den Markt. Es soll ebenfalls deutlich leichter sein und den Kraftstoffverbrauch reduzieren.