Martorell. Die krisengeschüttelte VW-Tochter Seat S.A. will in China Fuß fassen. Im vergangenen Jahr fuhr sie bei einem Umsatz von fünf Milliarden Euro einen Verlust von 311 Millionen Euro ein. Jetzt will die Marke vom chinesischen Wachstumsmarkt profitieren: Anfang 2012 werden die Spanier die sportlichen und teureren Versionen der Modelle Leon und Ibiza im Reich der Mitte anbieten. Um sich bei der avisierten Zielgruppe – „junge, urbane, agile Menschen“ – bekannt zu machen, präsentiert Seat seine sportlichen Modelle bereits im April auf der Shanghai Motorshow.
Gefertigt werden die Fahrzeuge für China zunächst im spanischen Stammwerk in Martorell. Oberste Priorität habe derzeit „die volle Kapazitätsauslastung“, heißt es bei Seat. In den vergangenen Jahren war das Werk nicht ausgelastet. 2010 wurden dort nur rund 335.000 Autos produziert, möglich sind aber mehr als 500.000 Einheiten. Mithilfe des Audi Q3, der ab Mitte dieses Jahres in Martorell vom Band läuft, den Fahrzeugen für China und kommenden Modellen will Seat-Chef James Muir in den nächsten Jahren für eine höhere Auslastung sorgen.
Langfristig wird aber auch bei Seat nicht ausgeschlossen, dass die Fahrzeuge für China vor Ort in dem VW-Joint-Venture mit FAW gebaut werden. Seat hat im vergangenen Jahr weltweit 339.500 Autos verkauft, den Großteil davon (323.600) in Europa. In Nordamerika setzten die Spanier 13.400 Einheiten ab, in Südamerika 2500. Der Hersteller vertreibt seine Autos in mehr als 70 Märkten. Frühere Pläne, Seat-Modelle auch in Brasilien anzubieten, würden derzeit nicht verfolgt, erklärte ein Seat-Sprecher. Auch ein Einstieg in den USA ist momentan kein Thema mehr.