Köln. Ford baut sein Produktionssystem in Europa grundlegend um. Im Zuge der von Konzernchef Alan Mulally vorangetriebenen „One Ford“-Strategie verfolgt der Hersteller nun auch in Europa ein „Single Sourcing“-Konzept, wonach künftig in jedem Montagewerk möglichst nur noch Modellvarianten der gleichen Baureihe gebaut werden. Dies soll vor allem die Komplexität verringern und die Logistik vereinfachen. Die deutschen Werke können sich zu den Gewinnern dieser Neuausrichtung zählen. Einerseits müssen sie auf zukunftsträchtige Neuerscheinungen verzichten, zugleich aber gewinnen sie dauerhaft die beiden wichtigsten Volumenbringer Focus und Fiesta. Eine neue Betriebsvereinbarung sieht vor, dass es nun bis Ende 2016 in den deutschen Ford- Werken keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird. Der neue Minivan B-Max, der das bislang noch in Köln gebaute Modell Fusion ablöst, wird nun ab 2012 im rumänischen Werk Craiova gebaut.
Zu einem späteren Zeitpunkt soll dort auch ein zweites Modell im B-Segment gebaut werden – über Einzelheiten schweigt sich Ford noch aus. Im Verlauf dieses Jahres wird in Craiova außerdem die Produktion des neuen 1,0-Liter-Dreizylinder- Benziners beginnen. Damit sollen in Craiova etwa 50 Prozent des Gesamtvolumens dieses Motors gebaut werden, die übrigen Einheiten sollen einer früheren Vereinbarung zufolge im Kölner Motorenwerk entstehen. Der Nachfolger des Geländewagens Kuga wird im Zuge der Neuausrichtung nicht mehr im deutschen Werk Saarlouis gebaut, sondern im spanischen Werk Valencia. Dort soll auch der Nachfolger des Transporters Transit Connect entstehen. Bislang produziert Ford in Valencia den Fiesta, den Focus und den C-Max.
In den Kölner Ford-Werken dagegen soll ab Herbst 2012 eine aufgefrischte Version des Fiesta und später auch der Nachfolger des Kleinwagens produziert werden. Im Werk Saarlouis, wo bislang neben dem Focus auch der Kuga vom Band läuft, soll ab 2012 auch die elektrische Version des Focus entstehen. Die nächste Generation des Focus, die voraussichtlich 2015 auf den Markt kommen dürfte, wird wieder in Saarlouis gebaut. In beiden deutschen Montagewerken strebt Ford eine Jahreskapazität von mindestens 350.000 Fahrzeugen im Drei- Schicht-Betrieb an.