Halver. Dem insolventen Zulieferer Jung, Boucke steht eine tief greifende Sanierung bevor. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters Dirk Andres wollen wichtige Kunden der Produktsparte Feinstanzen kurz- und mittelfristig zu anderen Lieferanten wechseln. Die Konsequenz: Dieser Bereich könnte schon bald zur Disposition stehen. Andres rechnet damit, dass 40 bis 50 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz bei dem Zulieferer aus Halver (Nordrhein- Westfalen) verlieren könnten.
Im vergangenen Jahr hatte der Hersteller von Motor-, Getriebe- und Lenkungsteilen mit 235 Mitarbeitern 30 Millionen Euro Umsatz erzielt. "Wir wollen den eingeschlagenen Weg der Sanierung weiter konsequent verfolgen. Dazu zählen notwendigerweise auch Anpassungen der Anzahl und Struktur der Beschäftigten“, erläutert der für die Restrukturierung verantwortliche Geschäftsführer Jochen Vogel. Gleichzeitig wurde angekündigt, den Kerngeschäftsbereich Schmieden zu stärken. Das Traditionsunternehmen hatte am 28.März beim Amtsgericht Hagen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt und strebt eine Planinsolvenz in Eigenverwaltung an. Ein Weg, den auch der Zulieferer Paragon beschritten hatte.