Mönchengladbach. Die Santander Consumer Bank als führende Konsumentenkreditbank in Deutschland sieht sich bestens aufgestellt, um mit der überraschend schnellen Erholung des Neu- und Gebrauchtwagenmarktes zu wachsen. Wesentliche Marktanteilsverschiebungen im Gefüge der Autofinanzierer erwartet sie aber nicht. „Die Wettbewerbsintensität im Kreise der Autospezialbanken ist nachhaltig auf einem hohen Niveau“, sagt Thomas Hanswillemenke, Vorstand Kfz bei Santander. Auch die Aktivitäten der Sparkassen, Universalbanken und Direktbanken müsse man ernst nehmen. „Was den Marktanteil der im Arbeitskreis Autobanken organisierten (herstellergebundenen) Banken angeht, sehe ich in naher Zukunft keine Veränderungen.“ Auf die Herausforderungen der jüngsten Zeit reagiere Santander mit durchdachten Antworten, betont Hanswillemenke. So startete das Institut im vergangenen Jahr die „Santander AutoFlat“ für Neuund Gebrauchtwagen. „Damit haben wir uns rechtzeitig und wegweisend positioniert.“ Den Flatrate- Gedanken werde die Bank weiterentwickeln, betont Hanswillemenke. So bietet die Bank seit Kurzem eine AutoFlat mit einer Laufzeit von nur 24 Monaten.
Im Wettbewerb mit den Herstellerbanken sieht sich Hanswillemenke gut aufgestellt: Die Rivalen könnten zwar alles aus einer Hand rund um das eigene Produkt anbieten und den Endkunden direkt bewerben, doch: „Wir als freie Autobank richten uns dagegen konsequent am Kfz-Händler aus.“ Der Händler könne sein eigenes Finanzprodukt verkaufen und den Kunden dadurch an sein Autohaus binden. Der geballten Werbepower der Herstellerbanken haben die freien Banken allerdings oft nicht viel entgegenzusetzen, da sie eben nur indirekt mit dem Endkunden kommunizieren. Deshalb rät Hanswillemenke dem Handel, die Autofinanzierung in seiner Werbung gebührend darzustellen. Dazu zwinge auch die hohe Preistransparenz durch das Internet.
„Hierin liegt die Chance für den Kfz-Handel, sich über den Service zu profilieren und diesen auch online entsprechend zu kommunizieren beziehungsweise anzubieten, damit der Kunde auch bereit ist, gegebenenfalls höhere Preise für ein besseres Gesamtpaket zu bezahlen.“ Neue Chancen für den Autohandel sieht der Bankmanager auch durch das Phänomen der Carsharing-Modelle. Dort gebe es „sehr interessante Modelle – allerdings sind diese vorerst nur für Großstädte attraktiv und umsetzbar“. Auf jeden Fall würden auch bei diesem Konzept der Zukunft Finanz- und Versicherungsdienstleistungen einen wichtigen Part übernehmen. Immer wichtiger werde das Geschäft mit Flottenkunden, so Hanswillemenke. „Das Flottengeschäft gewinnt immer mehr an Bedeutung.“ Dabei komme zunehmend dem Full-Service-Leasing eine wachsende Rolle zu. „Hier kann man den eindeutigen Trend erkennen: Vor allem kleine und mittlere Flottenbetreiber möchten eine bessere Kosten- und Budgetkontrolle.“ Deshalb stecke gerade in Full-Service-Angeboten noch großes Potenzial – sowohl für den Handel wie für die Autobanken.