Genf. China gilt in der Automobilbranche als unerschöpflicher Absatzmarkt und riesige Werkbank. Doch Shiro Nakamura denkt weiter. Der Designchef von Nissan und Infiniti, der so unterschiedliche Autos wie den Supersportwagen GTR oder die jüngste Studie „Esflow“ verantwortet, ist überzeugt, dass die internationalen Autobauer immer mehr von den Chinesen lernen können. Mitte März eröffnete Nissan in Chinas Hauptstadt Peking das erste größere Designstudio eines ausländischen Automobilbauers.
Eine ursprünglich geplante Eröffnungszeremonie wurde wegen des Erdbebens in Japan abgesagt. Alle anderen Autodesigner tummeln sich in Schanghai. Mit zunächst 20 jungen Designtalenten starten die Japaner nun in Peking, tief im Landesinneren. „Die Chinesen sind kreativ, sie lernen sehr schnell. Davon können wir enorm profitieren“, begründet Nakamura den Schritt. Wichtige Impulse erhofft er sich auch von der berühmten Tsinghua- Universität und der Zentralen Akademie der Schönen Künste in Peking, wo ständig neue Talente gefunden werden.