Wuppertal. Der Benzinmotor erlebt eine Renaissance. Der Grund: Die weltweiten staatlichen Emissionsvorgaben sind mittelfristig über alternative Antriebe nicht zu erreichen. Dazu sind die Volumen im Elektro- und Hybridbereich vorerst noch zu gering. Die Zulieferer von „konventionellen“ Spritspartechnologien erwarten deshalb in den nächsten Jahren massive Absatzsteigerungen. „Beim Ottomotor waren die Innovationen in der Vergangenheit verglichen mit dem Diesel nicht so massiv. Das hat sich aber in jüngster Zeit völlig geändert“, sagt Sebastian Schilling, Entwicklungsleiter für Benzineinspritzung beim Zulieferer Delphi.
Er ist überzeugt von der Zukunft des optimierten Benzinmotors – möglichst doppelt aufgeladen und bei Hubraum und Zylinderzahl reduziert. Ein wesentlicher Vorteil des Benziners gegenüber dem Diesel ist sein geringerer Preis. „Die neuen Benziner bieten Fahrspaß bei bezahlbarer Technik. Das wird ihre Imagewerte weiter steigen lassen“, ist Schilling überzeugt. Der Dieselmotor war preisbedingt zwar schon immer in höheren Fahrzeugsegmenten angesiedelt, doch dieser Nachteil setzt ihm künftig noch stärker zu.
Bereits die Euro-5-Abgasnorm hatte den Diesel im Vergleich zu einem gleich starken Benziner noch teurer gemacht. Mit der ab dem Jahr 2014 geltenden Euro-6-Norm wird dieser Kostennachteil noch stärker durchschlagen. Zudem wird dem Pkw-Diesel aufgrund der industriellen Logik zum „Weltauto“ das Wasser abgegraben, denn Entwicklungen allein für den stagnierenden europäischen Markt lohnen sich immer weniger. Toyota hat deshalb bereits die Weichen in Richtung Benzin-Hybridtechnik gestellt. Bei Volkswagen wiederum steigt der Anteil der TSI/TFSI-Motoren.