Paris. 2011 war ein rundum verkorkstes Jahr für Renault. Zum Auftakt büßte Markenchef Patrick Pélata seinen Job ein, weil die Renault-Führung bei der angeblichen Spionage-Affäre wie ein Schiff im Nebel ohne Kurskorrektur auf ein Riff lief. Schuld ist dann immer der Kapitän. Auch die folgenden Monate verliefen frustrierend, denn außer dem Nischenmodell Kangoo Z.E. und dem Laguna- Facelift hatte Renault absolut nichts Neues zu bieten. Ständige Sondereditionen mit entsprechend hohen Preisnachlässen waren die Folge.
So verwundert es kaum, dass Renault in der Käufergunst abrutschte: Der Marktanteil in Gesamteuropa fiel von 10,9 Prozent im Vorjahr auf 10,1 Prozent (verfügbare Zahlen bis Ende September). In Deutschland knickten die Franzosen bis Ende Oktober binnen Jahresfrist von 5,3 auf 5,0 Prozent ein. Dabei rettete Dacia die Muttermarke Renault vor einem noch tieferen Fall. Rückschläge gab es auch in Russland, wo die Liaison mit AvtoVaz stockt, da die Russen Unsummen für die von Renault geplante Anteilserhöhung verlangen. Zudem stockte in Südeuropa der Absatz. Mehrmals im Jahresverlauf stoppte Renault deshalb bereits die Produktion. Und ein Aufschwung ist nicht in Sicht.