Berlin. Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel eingesetzte Expertenrunde zur Elektromobilität empfiehlt eine konsequente und schnelle Förderung der batteriegestützten Fortbewegung. Dann könne Deutschland globaler „Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität“ werden, sagte Henning Kagermann, Vorsitzender der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), in der vergangenen Woche in Berlin.
Diese optimistische Prognose ist die Kernaussage in dem Abschlussbericht, der an diesem Montag nach 15-monatiger Gremienarbeit der Bundeskanzlerin vorgelegt wird. Dem NPE-Bericht zufolge wollen die beteiligten Industrien in einer ersten Phase der Marktvorbereitung von 2012 bis 2014 rund vier Milliarden Euro investieren. Mit rund einer Milliarde Euro soll dabei der größte Posten auf die Batterietechnik entfallen. Unter anderem soll eine Pilotproduktion von Batteriezellen in Ulm entstehen.
Hintergrund dafür ist, dass Deutschland nicht nur in der Lage sein soll, Batteriepacks aus asiatischen Zellen zu montieren, sondern auch leistungsfähige eigene Zellen zu wettbewerbsfähigen Preisen zu produzieren. Anders als von der Industrie erhofft, dürfte das staatliche Fördervolumen für den Zeitraum bis Ende 2013 allerdings nur bei etwa einer Milliarde Euro liegen, heißt es aus dem Umfeld der NPE. Neben dieser Förderung im Inland plant die Bundesregierung jedoch auch, eine zweite Elektroauto-Plattform mit China zu gründen. „Die Gründung steht unmittelbar bevor“, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium. Ziel sei es, damit die Vermarktungsinteressen der deutschen Autoindustrie in China im Bereich E-Mobilität zu bündeln.