Stuttgart. Der Zulieferer Bosch hat einen neuen Mid-Range-Radarsensor (MRR) als Basis für Fahrerassistenz- und Sicherheitssysteme entwickelt. Ein Radarsensor und das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) sind technische Voraussetzung für ein Notbremssystem. „Der MRR, dessen Serienstart für Ende 2012 ansteht, ist nur noch halb so teuer wie unser bisheriger Sensor, der LRR3“, erläutert Bosch-Geschäftsführer Wolf- Henning Scheider. Bei Unterbringung in der Fahrzeugfront deckt der Sensor eine Reichweite von bis zu 160 Meter ab und schafft 45 Grad Öffnungswinkel. Scheider sieht in der Kostenreduzierung eine Chance, Assistenzsysteme wie den Abstandsregeltempomaten ACC (Adaptive Cruise Control) oder den Notbremsassistenten stärker in Mittelklasseautos zu verbreiten.
Zwar lässt sich der Abstandsregeltempomat mit dem MRR nur bis zu 150 km/h betreiben, „aber für die meisten Märkte ist das völlig ausreichend“, erklärt der Manager. Zum Vergleich: Mithilfe des LRR3 lässt sich ACC bis zu einer Geschwindigkeit von 250 km/h realisieren. „Mit Fahrerassistenzsystemen erzielen wir jetzt schon Umsätze in der Region eines dreistelligen Millionen-Euro-Betrags. Mit den erwarteten Ausstattungsquoten sehen wir da ein großes Wachstumspotenzial“, erklärt Scheider. Er sieht in Videosensoren eine gute Ergänzung zur Radartechnik. Durch die Fusion der Sensordaten entsteht eine Art Bild, das heißt, eine Interpretation der Situation vor dem Fahrzeug.
Anhand der Daten lassen sich neben Fahrzeugen so auch Fußgänger und deren Bewegungsrichtung erkennen. „Ob es hinterher notwendig sein wird, dass Radar-, Video- oder auch Ultraschall-Sensorsysteme in einem Fahrzeug zur kompletten Umfelderkennung benötigt werden, steht noch nicht fest. Es ist unser Ziel, bei bestimmten Fahrzeugkategorien mit einer oder zwei Techniken auszukommen.“ Ein weiterer wichtiger Bereich ist für Bosch die Vernetzung des Fahrzeugs, die laut Bosch-Chef Franz Fehrenbach für die Internet- Generation zum kaufentscheidenden Kriterium wird. Die Stuttgarter arbeiten deshalb intensiv an internetbasierten Mobilitätslösungen und beteiligen sich wie andere Zulieferer und Autobauer an einem Feldversuch der deutschen Autoindustrie zur Car-to-XCommunication (SIM-TD).