Frankfurt/Main. Viele Zulieferer klagen über Engpässe bei hoch qualifiziertem Personal. Um im Kampf um die begehrten Fachkräfte positiv aufzufallen, versuchen namhafte Unternehmen deshalb verstärkt, Image und Wahrnehmung als Arbeitgebermarke zu verbessern. Eine Möglichkeit dazu ist die Teilnahme an öffentlichkeitswirksamen Rankings, wie sie der VDI, Personalberatungen wie Top-Job oder das CRF Institute („Top Arbeitgeber“) anbieten.
Die jüngste Auszeichnung im Bereich der Automobilbranche ist die Zertifizierung als „Top Arbeitgeber Automotive“ durch das niederländische CRF Institute. Am Rande der IAA wurden in Frankfurt 24 Zulieferer und Ingenieurdienstleister für ein vorbildliches Personalmanagement ausgezeichnet. „Wir hoffen, dass unser Preis auch andere Unternehmen motiviert, der Personalpolitik eine größere Bedeutung beizumessen“, sagte CRF-Vorstand David Plink bei der Preisverleihung.
Die Teilnahme an Rankings dieser Art ist generell nicht kostenlos: Um in die engere Wahl zu kommen, müssen die Unternehmen beispielsweise bei CRF 8500 Euro bezahlen. Damit ist eine Bewertung und eine mögliche Auszeichnung über ein Jahr hinweg abgegolten. Bei einer Teilnahme über drei Jahre hinweg reduziert sich die Gebühr auf 7800 Euro pro Jahr. Angesichts der hohen Rekrutierungskosten bei Hochqualifizierten sehen die teilnehmenden Unternehmen diesen Aufwand aber als gerechtfertigt an. Zudem sind die Chancen, tatsächlich zertifiziert zu werden, sehr hoch: In diesem Jahr nahmen 25 Unternehmen teil, 24 wurden letztlich ausgezeichnet.
Thomas Aukamm, Vertriebs-, Marketing- und Personalchef des Entwicklungsdienstleisters Rücker, nennt die Gründe für seine Entscheidung zur Teilnahme am CRF-Ranking: „Wir betrachten ein Employer Branding als sehr sinnvoll. Es gestattet möglichen Bewerbern, eine erste Orientierung zu erhalten, und wir zeigen damit Transparenz.“ Auch wenn die Teilnahme kostenpflichtig ist, so dürften Jobsuchende eine gewisse Neutralität der Bewertung erwarten, sagt Aukamm. Der Manager hofft nun auf ein positives Echo der Bemühungen: Rücker sucht derzeit rund 500 Ingenieure, davon 350 sofort. Vor allem in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Maschinenbau und Mechatronik liegen Rücker feste Aufträge vor, die mit der aktuellen Entwicklermannschaft kaum zu schaffen sind.