Koln. Seit dem 19. Marz steht der neue Nissan Micra bei den Händlern. Die vierte Generation des Kleinwagens tritt ein schwieriges Erbe an: Der 2002 eingeführte Vorgänger hatte wegen seiner knuddeligen Form ein Alleinstellungsmerkmal und war vor allem bei Frauen ein regelrechter Herzensbrecher. Auf dem deutschen Markt waren rund 70 Prozent aller Micra-Kunden Frauen. Bei Nissan galt dies als Segen und Fluch zugleich.
Um mehr Männer für den Micra zu gewinnen, reiht sich das Design nun in gängige Muster ein. Mit 3,78 Meter Länge (plus 61 Millimeter), 1,67 Meter Breite (plus 15 Millimeter) und einem Wendekreis von 9,3 Meter bleibt er ein Kleinwagen. Das Leergewicht konnte um 36 auf 985 Kilogramm gedrückt werden. Dazu trägt auch der neue 1,2-Liter-Dreizylinder- Benzinmotor aus Voll-Aluminium bei. Den Motor gibt es zunächst als 80 PS starken Sauger (5,0 Liter Verbrauch, 115 Gramm CO2), ab Herbst 2011 auch als 98 PS starken Direkteinspritzer (95 Gramm CO2). Auf einen Diesel verzichten die Japaner im neuen Micra ganz.
Die Kraftübertragung erfolgt über ein Fünfgang-Schaltgetriebe oder über eine CVT-Automatik. Der Micra steht auf der neuen globalen V-Plattform von Nissan. V steht für „versatile“ (vielseitig). Nissan will auf diese Plattform künftig noch eine Limousine und einen Minivan stellen, der dann den Note ablösen dürfte. Verkauft wird der neue Micra in 160 Ländern – ein echtes Weltauto. Gebaut wird er in vier Werken in Indien, Thailand, China und Mexiko. Die für Europa bestimmten Fahrzeuge kommen nicht mehr aus dem britischen Sunderland, sondern aus Chennai in Indien. In fast drei Jahrzehnten wurden weltweit gut 5,65 Millionen Micra verkauft. Die vierte Generation soll an diesen Erfolg anknüpfen: Nissan will in diesem Jahr noch 100.000 Micra in Europa absetzen, davon 16.000 in Deutschland. 70 Prozent der Kunden dürften sich den Planungen zufolge für die Acenta-Version entscheiden, 20 Prozent für die Einstiegsversion Visia und zehn Prozent für das Topmodell Tekna.