Herzogenrath. Der französische Glashersteller Saint-Gobain Sekurit sieht sich für die Anforderungen der Elektromobilität gut gerüstet. Einer der Hoffnungsträger ist eine Entwicklung, der man den Namen SGS ClimaCoat gab. Die Windschutzscheibe mit optimierten Isolationseigenschaften feiert ihre Premiere aber nicht in einem E-Auto, sondern im VW Passat. Volkswagen, größter Kunde des Zulieferers mit Deutschlandsitz in Herzogenrath, bietet in seinem Volumenmodell eine solche Windschutzscheibe als Klimakomfortverglasung an.
Im Glas der laminierten Windschutzscheibe ist eine mehrlagige leitfähige und unsichtbare Beschichtung aufgebracht. Beheizt wird diese per Standard-14-Volt- Stromversorgung. Dadurch lassen sich die Systemkosten senken, sodass die Klimaverglasung in Mittelklasseautos angeboten werden kann. Im Winter soll die Frontscheibe in weniger als vier Minuten von Eis und Beschlag befreit sein. „Zudem beugt die Windschutzscheibe einer Wiedervereisung in den ersten Fahrminuten vor“, betont Javier Colmenares, Vizepräsident Vertrieb & Marketing und neue Projekte. Und im Sommer, so der Manager, „verringert die wärmereflektierende Beschichtung das Aufheizen des Fahrzeugs in der prallen Sonne“.
Das geschieht, indem infrarote Strahlung reflektiert wird. Im Vergleich zu einer Standard- Verglasung stellt der Zulieferer eine Kraftstoffersparnis von 0,1 Liter pro 100 Kilometer in Aussicht. Das entspricht etwa 2,5 Gramm CO2 pro Kilometer. „Gegenüber einer herkömmlichen Verglasung erreichen wir etwa 30 Prozent schneller eine für die Fahrzeuginsassen angenehme Innenraumtemperatur“, sagt Colmenares. Zudem sei ClimaCoat unter Berücksichtigung seiner Leistungsfähigkeit nicht teurer als herkömmliche Lösungen und lässt sich theoretisch bei allen Glasflächen eines Fahrzeugs einsetzen, erläutert der Manager.