Köln. Toyotas neuer Deutschland- Chef Ulrich Selzer blickt nach dem Rückrufjahr 2010 mit großem Optimismus auf das neue Fiskaljahr des japanischen Importeurs. Der bisherige Lexus-Importchef hat sich nach dem desaströsen Einbruch um 43 Prozent auf 78.708 Einheiten im Vorjahr für das Kalenderjahr 2011 insgesamt 90.000 Verkäufe von Modellen der Marken Toyota und Lexus vorgenommen. Ob es dabei auch nach der Katastrophe in Japan bleibt, ist Toyota zufolge jedoch ungewiss. „Die Rückrufe haben uns einen kompletten Prozentpunkt beim Marktanteil gekostet“, räumt Selzer ein. Im Jahr 2010 war der Anteil auf 2,7 Prozent geschrumpft. „Aber wir haben extrem viel gelernt aus dieser Krise“, versichert er, und verspricht: „Toyota wird den Qualitätslevel in der Autobranche um eine Stufe nach oben schieben.“
Für seinen Optimismus nennt der Toyota-Manager zwei Gründe: Zum einen kommt in den nächsten 18 Monaten mit dem Yaris Hybrid und dem Van Prius+ eine ganze Prius-Familie auf den Markt. „Damit haben wir eine riesige Marktchance. Wir sind dort in einem Segment aktiv, in dem noch auf längere Zeit kein Wettbewerber in Sicht ist.“ Ungewiss ist derzeit aber die Lieferbarkeit des Prius+, der ausschließlich in Japan produziert wird. Der zweite Grund für die Zuversicht Selzers hat einen komplizierten Namen: FT-86 II.
Das in Genf gezeigte seriennahe Showcar, das im Jahr 2012 auf dem Markt eingeführt werden soll, gilt als Nachfolger des Celica. „Toyota kann auch Emotionen“, betont Selzer. In den vergangenen Jahren habe man zu einseitig auf das Hirn gezielt. „Unser Geschäft besteht aber nicht nur aus vernünftiger Mobilität, wir verkaufen auch Träume.“ Toyota habe eine große Coupé-Tradition, rund 150.000 Celica seien in Europa immer noch im Einsatz. „Diese Kunden hungern nach neuen, modernen Fahrzeugen“, glaubt Selzer. Mit Heckantrieb und tiefem Schwerpunkt werde das künftige Toyota- Coupé ein „Straßenfeger“.