München. BMW-Chef Norbert Reithofer verbreitet zum Jahreswechsel Zuversicht: Nicht nur China bleibt für die Bayern ein Wachstumsmarkt. Auch in Märkten wie Russland, der Türkei, Brasilien oder Indien erwartet das Unternehmen teilweise zweistelliges Wachstum. Reithofer: "Das wird bei dem Fokus auf China leicht vergessen.“
Das Reich der Mitte bleibt für BMW das gelobte Autoland: "80 Prozent der Autofahrer in China planen, beim nächsten Autokauf ihr Budget zu erhöhen. Während sich in Europa 30 Prozent der Fahrer einer Kompaktklasse wieder ein solches Fahrzeug kaufen wollen, sind es in China nur fünf Prozent“, so Reithofer bei einer Vorschau auf die Modellneuheiten 2012. "Die Statusorientierung ist in China weit höher als in Europa oder Nordamerika.“In China werde BMW 2012 ein neues Werk eröffnen. Reithofer: "Wir erhöhen die Kapazitäten aber auch in anderen Ländern wie in den USA, in Südafrika, in Russland.“ Auch das Montagewerk in Thailand sei ausbaufähig. In Brasilien steht die Entscheidung für einen Werksstandort kurz bevor.Audi in China zu überholen plant BMW aber nicht: "Wir wollen eine ausgewogene Weltverteilung und nicht mehr von einem Markt so abhängig sein wie vor Jahren von den USA, wo wir einmal 30 Prozent der Produktion verkauft haben.“"2011 war für BMW das Jahr der Chancen“
Und BMW habe sie genutzt, sagt Vorstandschef Norbert Reithofer. Er verbreitet Optimismus für 2012: Selbst in Europa erwartet er leichtes Wachstum. An ein Scheitern des Euro glaubt er nicht.
2020 will BMW zwei Millionen Autos bauen
Weltweit jedoch will BMW die Konkurrenten aus Ingolstadt nicht vorbeiziehen lassen. 2020 will BMW zwei Millionen Autos bauen. "Dazu brauchen wir neue Kapazitäten“, so Reithofer. Und neue Modelle, wie das Sechser Gran Coupé, eine flache, viertürige Sportlimousine.
In Europa ist der Markt für BMW derzeit zweigeteilt: Während es in Nordeuropa, in Großbritannien, Deutschland und Skandinavien gut läuft, ist Südeuropa ein Problem. Das werde so bleiben sagte Reithofer: "Wir gehen insgesamt aber auch im nächsten Jahr in Europa von einem leichten Wachstum aus.“ Von Katastrophenszenarien hält Reithofer gar nichts: "Ein Auseinanderbrechen des Euro mag ich mir gar nicht vorstellen und ich bin auch der Meinung, dass es nicht so kommen wird.“Größte Herausforderung in Europa sind für den BMW-Chef die weiter steigenden Umwelt-Standards: "Wir gehen davon aus, dass Brüssel bis 2020 in der Flotte 95 Gramm CO2 pro Kilometer als Mittelwert festlegt. Ohne die Beimischung von Plug-in-Hybrid- und Elektroautos werden wir dieses Ziel nicht erreichen können.“ Nach 2020 werde Brüssel den CO2-Flottenwert weiter verschärfen: "Wir merken bei der Politik kein Nachlassen beim Interesse an der E-Mobilität.“ Reithofer zeigte sich zuversichtlich, auch strengere CO2-Grenzwerte erreichen zu können: "Ein 5er BMW kommt als Plug-in-Hybrid auf 50 Gramm CO2 pro Kilometer.“Mit der kürzlich vereinbarten Kooperation mit Toyota hat BMW jüngst einen weiteren Schritt in Richtung Elektrifizierung des Antriebsstrangs getan: Beide Unternehmen wollen "gemeinsame Grundlagenforschung in der Batterietechnologie“ unternehmen, so Reithofer. Gleichzeitig halte BMW an der Kooperation mit PSA zur Entwicklung eines Diesel-Hybrids fest. "2011 war das Jahr der Chancen für die BMW Group und wir haben diese Chancen genutzt.“ (Foto: BMW)
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