München. Die Werbung sollte witzig sein, ging aber voll nach hinten los: Ein Aufruf an Griechenland kostete den Autovermieter Sixt in diesem Jahr viele Punkte auf der Beliebtheitsskala. In seiner gewohnt provokanten Art hatte das Unternehmen „Liebe Griechen, Sixt akzeptiert wieder Drachmen!“ auf einer Anzeige getitelt. Doch die Anspielung auf ein mögliches Euro-Aus kam bei den krisengeschüttelten Griechen überhaupt nicht gut an. Die Angestellten des Autovermieters erhielten Morddrohungen, „von den allgemeinen Nazi-Vorwürfen ganz zu schweigen“, berichtete Sixt-Chef Erich Sixt in einem Interview mit dem „Spiegel“.
Wie der griechische Honorarkonsul hätten auch andere ihre zerschnittenen Sixt-Karten in die Konzernzentrale nach Pullach gesandt. Auch Aufrufe, die griechischen Filialen des Autovermieters zu verwüsten, habe es gegeben. Erich Sixt zog die bittere Konsequenz – und entschuldigte sich in aller Form beim griechischen Volk. Er kündigte an, sich nicht mehr in die Politik einmischen zu wollen, konnte sich einen Seitenhieb aber nicht verkneifen: Es sei doch klar, dass Griechenland pleite sei, dem Land solle nahegelegt werden, aus der Währungsunion auszutreten. Ausgedacht hatte sich die umstrittene Drachmen-Werbung die langjährige Werbeagentur des Autovermieters, Jung von Matt. Bislang hatte Sixt mit politischen Anspielungen punkten können. Unvergessen ist Angela Merkel mit Sturmfrisur im Cabrio, auch mit der Werbung zu Ulla Schmidts Dienstwagenaffäre in Spanien hatte das Unternehmen die Lacher auf seiner Seite.