Oberwaltersdorf. Die meisten weltweit agierenden Zulieferer haben nach den Krisenjahren 2011 beim Umsatz kräftige Zuwächse erzielt. So auch der kanadische Magna-Konzern. Und dennoch läuft es nicht rund bei dem Unternehmen mit Europasitz im österreichischen Oberwaltersdorf. Magna International hat in den ersten neun Monaten 2011 zwar den Umsatz um 26 Prozent auf 21,5 Milliarden US-Dollar gesteigert. Das Nettoergebnis schrumpfte aber von 784 auf 706 Millionen Dollar. Magna führt den Rückgang unter anderem auf Kosten für einen Vergleich und auf Immobilienabschreibungen zurück. Beim Blick auf die Zahlen für das dritte Quartal zeigt sich ein ähnliches Bild: Der Umsatz stieg, der Gewinn fiel. So kletterten die Erlöse um 21 Prozent auf rund sieben Milliarden Dollar. Der Nettogewinn reduzierte sich jedoch von 266 auf 102 Millionen Dollar.
Nach dem gescheiterten Einstieg bei Opel im Jahr 2009 konzentrieren sich die Kanadier auf ihre Kompetenzen als Zulieferer und Auftragsfertiger. Neben konventionellen Karosseriebauweisen in Stahl und Aluminium will Magna verstärkt Multimaterial-Varianten in der Serie realisieren. Gebaut werden solche Autos in einer Flex- Plant. Gemeint sind damit Fabriken, die für mehrere Kunden Fahrzeuge produzieren können, wie das am Standort Graz der Fall ist. Eine solche Flex-Plant soll auch an einem zweiten Standort entstehen. „Ich hoffe, dass sich demnächst ein Projekt realisieren lässt. Wir führen dazu verschiedene Gespräche auf mehreren Kontinenten“, hatte Magna Steyr-Chef Günther Apfalter Anfang März gegenüber Automobilwoche erklärt. Doch dabei ist es geblieben. Und auch in China sind die Kanadier im Vergleich zu anderen großen Zulieferern schwach aufgestellt. Aufwärts geht es für Magna Steyr in Graz. Dort wurden 2010 82.000 Autos im Kundenauftrag gefertigt. In den ersten neun Monaten 2011 wurde laut Branchenkreisen wieder die Schwelle von 100.000 Autos (unter anderem Mini Countryman, Peugeot RCZ, Mercedes G-Klasse) überschritten.