STOCKDORF. Das erste Jahrzehnt dieses Jahrtausends war bei Webasto, einem führenden Anbieter von Standheizungen und Verdecksystemen, unter anderem durch die Eroberung des Dachgeschäfts geprägt.Den Bayern gelang es in dieser Dekade, sich als weltweite Nummer eins bei Cabriodächern zu etablieren. Rund 345 Millionen Euro hat der Zulieferer damit 2010 umgesetzt. Der Weltmarktanteil liegt derzeit bei mehr als 40 Prozent. Doch bis an die Spitze war es ein steiniger Weg. Das im Jahr 1901 als „Eßlinger Draht- und Eisenwarenfabrik Wilhelm Baier, Eßlingen/Neckar“ gegründete Unternehmen hatte seinen Schwerpunkt zunächst bei Falt- und Stahlschiebedächern und auch bei Schiebedächern mit Glasdeckel. Doch erst mit dem Serienanlauf des Faltverdecks für den Smart Fortwo im Jahr 2000 wurde Webasto zum Cabriodach- Hersteller. Durch die Übernahme von 50 Prozent der Anteile an Open Air Systems (OASys) von Pininfarina im Jahr 2004 wurde OASys zu einer 100-prozentigen Tochter der Webasto AG. OASys hatte seit der Gründung im März 2002 unter anderem die Aufträge für Dachsysteme des Mini Cabrio und des VW Eos gewonnen. Dass der Weg auch bei Erfolgsgeschichten nicht in jeder Phase nach oben führt, zeigte sich im Jahr 2006, als das Unternehmen insgesamt sechs Neuanläufe bei Verdecksystemen zu bewältigen hatte – mit ein Grund dafür, dass der Zulieferer 2006 erstmals in der Unternehmensgeschichte in die roten Zahlen rutschte.
Webasto-Chef Franz-Josef Kortüm ließ sich dadurch aber nicht entmutigen: „Wir wollen der Weltmarktführer für Dachsysteme sein“, gab er 2007 als Marschroute aus. Ein entscheidender Schritt dazu war die Übernahme der Dachsysteme des insolventen Zulieferer Edscha im Sommer 2009.Wäre der Zukauf eines Wettbewerbers nicht gelungen, „hätten wir uns auf Dauer überlegen müssen, aus diesem Geschäftsbereich auszusteigen“, erläuterte Kortüm die große Bedeutung der Akquisition. Nach dem Zukauf stellten die Stockdorfer das Cabriodach-Geschäft unter dem Namen Webasto- Edscha Cabrio neu auf. Im Sommer 2010 integrierten die Bayern das Verdeckgeschäft von Karmann in den USA und deren Werk in Mexiko in den Cabrio- Geschäftsbereich der Gruppe. Derzeit teilen sich drei wesentliche Wettbewerber den Markt für Cabrio-Dachsysteme. Neben Webasto-Edscha ist das der kanadische Magna-Konzern, dem das Kartellamt die Übernahme der Karmann-Dachsparte mit den Werken in Osnabrück und im polnischen Zary verwehrt hatte. Den Zuschlag erhielt stattdessen der dritte Wettbewerber – Valmet Automotive aus Finnland.Webasto trotzt Widerständen
Das erste Jahrzehnt dieses Jahrtausends war bei Webasto, einem führenden Anbieter von Standheizungen und Verdecksystemen, unter anderem durch die Eroberung des Dachgeschäfts geprägt.Den Bayern gelang es in dieser Dekade, sich als weltweite Nummer eins bei Cabriodächern zu etablieren. Rund 345 Millionen Euro hat der Zulieferer damit 2010 umgesetzt. Der Weltmarktanteil liegt derzeit bei mehr als 40 Prozent. Doch bis an die Spitze war es ein steiniger Weg.