Frankfurt. Der Yen steigt und steigt und steigt. Während 2007 für einen Dollar noch mehr als 120 Yen gezahlt werden mussten, ist ein Dollar heutzutage nur noch 79,6 Yen wert. Den japanischen Autobauern bereitet diese Entwicklung zunehmend Probleme - viele verlagern ihre Produktion ins Ausland. Nach Toyota und Nissan flüchtet jetzt auch Honda. "Die Autoproduktion in Japan ist angesichts des starken Yens derzeit kaum wettbewerbsfähig mit den USA und Europa", erklärt Honda-Europachef Manabu Nishimae dem "Handelsblatt". Aus diesem Grund soll die Produktion im britischen Honda-Werk Swindon nahezu verdoppelt werden. Statt der jetztigen 97.500 Fahrzeuge sollen künftig 180.000 Autos vom Band laufen. Honda erhofft sich von der stärkeren Produktion in Europa, auf die "unglaubliche Aufwertung" der Heimatwährung reagieren zu können, so Nishimae. Derzeit kommen etwa 40 Prozent der Autos, die für Europa bestimmt sind, aus Japan - künftig soll es weniger als 20 Prozent sein.
Für das noch bis Ende März laufende Geschäftsjahr rechnet Honda mit einem Gewinneinbruch um 60 Prozent. Dennoch hält der Hersteller an seinem Ziel fest, 2012 rund vier Millionen Autos verkaufen zu wollen. Binnen vier Jahren will Honda zudem die Produktpalette rundum erneuern. Erste Investionen wurden bereits getätigt - in England stellen die Japaner 500 neue Mitarbeiter ein.Längst ist Hondas Flucht kein Einzelfall mehr. Wie bereits berichtet prüft auch Toyota eine Verlagerung in die USA. Bislang werden vor Ort die Hälfte aller Autos produziert. Auch Daihatsu hat auf den starken Yen reagiert - der Autobauer kündigte an, künftig keine Autos mehr in Europa zu verkaufen. Mitsubishi schlägt einen ähnlichen Weg ein. Anfang Februar erklärte das Unternehmen, seine einzige Fabrik in Europa schließen zu wollen. Stattdessen soll der europäische Markt künftig aus Thailand und Japan beliefert werden. (Foto: Honda)