Köln. Mit Investitionen in Höhe von rund 20 Millionen Euro unterstreicht die Autohandelsgruppe Fleischhauer-Franz ihre Verbundenheit zum Standort Köln: Den Anfang machte Ende vergangenen Jahres die Eröffnung des umgebauten Porsche-Zentrums an der Fröbelstraße in Köln-Ehrenfeld, in das rund drei Millionen Euro flossen. In der zwölfmonatigen Bauzeit wurden vor allem die Ausstellungsflächen vergrößert.
Weitere drei Millionen Euro investiert das Unternehmen bis 2013 in eine neue, 2000 Quadratmeter große Porsche-Werkstatt. Derzeit werden auf dem insgesamt 35.000 Quadratmeter großen Areal inKöln-Ehrenfeld außerdem neue Verkaufszentren für Audi und VW gebaut. "Wenn wir mit allemfertig sind“, sagt Heribert Schröder, Geschäftsführer des Porsche- Zentrums, "ist das hier ein Juwel unter den Autohaus-Standorten.“Die Fleischhauer-Franz-Gruppe, im Top-100-Ranking zuletzt auf Platz 14 unter Deutschlandsgrößten Händlern, hat 2011 insgesamt 10.500 neue und 11.500 gebrauchte Fahrzeuge der VW-Konzernmarken verkauft und mit 1000 Mitarbeitern rund 491 Millionen Euro umgesetzt. Das seit1924 in Köln ansässige Unternehmen wurde seit Ende der 80er- Jahre erheblich erweitert und unterhält aktuell zwölf Standorte in Nordrhein-Westfalen. Die letzte Krise habe man relativ gut überwunden, sagt Schröder, doch auch die aktuelle Diskussion hinterlasse Spuren: "Mit der Unsicherheit um den Euro geht jeder anders um, der eine kauft sich Gold, der andere ein schönes Auto.“Im neuen Porsche-Zentrum sollen 2012 etwa so viele Fahrzeuge abgesetzt werden wie 2011 – rund 250 Neuwagen und 270 Gebrauchte. Etwa 38 Prozent der Neuwagen werden über Porsche Financialgeleast – eine Quote, die nach Angaben von Schröder etwa dem Durchschnitt in der Porsche-Organisation entspricht.Dass sich Anfang 2011 das Autogeschäft nach der Krise schneller als erwartet erholte, will Schrödernicht überbewerten. "Man darf nicht nur das Strohfeuer sehen, sondern braucht eine langfristigePerspektive“, sagt der Geschäftsführer. "Es bringt nichts, heute Leute einzustellen, die ich in einem halben Jahr wieder entlassen muss. Die Spitzen muss man anders auffangen.“Der Wettbewerb der VW-Konzernpartner im dicht besiedelten Dreieck zwischen Köln, Aachenund Wuppertal ist hart. Unter den Top-20-Gruppen finden sich neben Fleischhauer auch die Konkurrenten Gottfried Schultz und Moll in Düsseldorf sowie Jacobs in Aachen. Insgesamt rangierten2011 unter den Top-20-Händlern sogar zwölf Gruppen, die das Wolfsburger Fabrikat im Portfoliohaben – während gleichzeitig der Hersteller sein eigenes Retailgeschäft seit einigen Jahren ausbaut."In Regionen, wo es keinen Investor gibt, ist das Engagement von VW sicher sinnvoll“, findet Schröder, "vor allem, wenn der Betrieb dann später wieder an einen Investor übergeben wird –wenn man einen findet“. Die Händler seien verständlicherweise wenig begeistert, "dass die Hersteller immer mehr Niederlassungen aufmachen, weil das die ganze Händlerorganisation durcheinanderbringt“.Auch das Porsche-Geschäft konzentriert sich stark im rheinischen Ballungsraum – von den bundesweit 86 Porsche-Zentren liegen 18 in NRW. Neben Köln gehören auch die Porsche-Zentrenin Aachen und Bonn zu Fleischhauer. "Natürlich nimmt man mal einem Mitbewerber dasGeschäft weg“, räumt Schröder ein, insgesamt sei der Umgang aber kollegial. "Geschäftlich tauschenwir uns durchaus aus. Man vergleicht schon mal bestimmte Deckungsbeiträge oder Kostenstellen, um unter Umständen voneinander zu lernen.“ Auch Kundenevents werden schon mal mit Wettbewerben veranstaltet. Angst, dass der Kollege Kunden abwirbt, hat Schröder nicht. "Wenn sie mit einem Kunden vernünftig umgehen, ist das mindestens ein Prozent Rabatt wert, und der Kunde kommt gerne wieder.“ (Foto: N. Berens)"Das wird ein Juwel unter den Standorten“
Auf Wachstumskurs: Die Fleischhauer-Franz-Gruppe hat mit einer millionenschweren Investition ihre Verbundenheit zum Standort Köln unter Beweis gestellt. Noch in diesem Jahr investiert das Unternehmen drei Millionen Euro in eine neue Werkstatt.
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