Monaco. Der französische Autobauer Renault steckt mitten in der Euro-Krise: Bis Ende Mai brachen die Verkäufe in der EU um 19,7 Prozent auf 460.000 Autos ein. Doch dem Lokalrivalen Peugeot- Citroën (PSA) geht es noch schlechter. Zum einen verfügt Renault über eine internationalere Aufstellung. Zum anderen kann das Unternehmen auf die Allianz mit Nissan bauen. Diese Trümpfe will der seit Jahresbeginn amtierende neue Renault-Chef Carlos Tavares ausspielen. Dem Nachfragerückgang in Europa will Tavares durch eine beschleunigte Internationalisierung begegnen. Bis 2014 soll Renault mit der Tochtermarke Dacia den Anteil der außerhalb Europas verkauften Fahrzeuge von derzeit 48 auf über 50 Prozent steigern, erklärte er vor wenigen Tagen beim Automotive News Europe Congress in Monaco. 2011 hatte dieser Wert erst bei 43 Prozent gelegen.
Auf die Herausforderungen der Produktion in Hochlohnländern hat Renault bereits mit dem Ausbau der Fertigung in Russland und in Nordafrika reagiert. Tavares ist das aber nicht genug: Er will künftig auch mehr hochwertige Autos mit einer größeren Marge verkaufen. Deshalb will der Markenchef in den nächsten drei bis fünf Jahren zwei neue Submarken einführen (siehe Beitrag links). „Wir müssen auch die Preisposition unserer Autos überdenken“, kündigte Tavares an. Ende 2011 habe VW zehn Prozentpunkte über vergleichbaren Renault- Fahrzeugen gelegen, Peugeot fünf Prozentpunkte, zitierte er aus einer internen Studie. „Mein Ziel ist, Anfang 2013 auf ein identisches Preisniveau mit Peugeot und Citroën zu kommen.“Der Weg dahin führe über ein besseres Image, und das wiederum über ein klares Markengesicht und ein konsistentes Markenmanagement. „Deshalb habe ich unseren Designern für die neuen Modelle freie Hand gegeben – was unsere Ingenieure sehr erschreckt hat.“ Vor allem müsse Renault seine Gewinnschwelle anheben, räumte Tavares ein. „Ein niedrigerer Break-even ist für uns ein absolutes Muss.“ Derzeit liege die Schwelle bei 2,6 Millionen Einheiten – haarscharf unter den 2011 erzielten 2,72 Millionen Verkäufen. „Das ist natürlich sehr schlecht“, räumte Tavares ein. Sein Ziel: Schon ab 2,4 Millionen Einheiten müsse Renault einen Gewinn erzielen können.Renault im Umbruch
Der französische Autobauer Renault steckt mitten in der Euro-Krise: Bis Ende Mai brachen die Verkäufe in der EU um 19,7 Prozent auf 460.000 Autos ein. Doch dem Lokalrivalen Peugeot- Citroën (PSA) geht es noch schlechter. Zum einen verfügt Renault über eine internationalere Aufstellung. Zum anderen kann das Unternehmen auf die Allianz mit Nissan bauen. Diese Trümpfe will der seit Jahresbeginn amtierende neue Renault-Chef Carlos Tavares ausspielen