Peking/Göteborg. Mit der Komplett- Übernahme von Volvo durch den chinesischen Autobauer Geely wird für Chinas Autoindustrie eine neue Ära eingeläutet. Analysten sehen damit Audis Pole-Position im Reich der Mitte gefährdet. „Volvo könnte sogar Audi oder andere Luxusmarken in China überholen und zur neuen Marke für Regierungsfahrzeuge werden“, sagt der chinesische Automobil- Analyst Jia Xinguang. Diese Gefahr sieht auch Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Center der Uni Duisburg-Essen: „Mit Geely-Volvo kommt die Audi-Position am stärksten unter Druck.“ Denn mit Volvo werde Geely vor allem in das Geschäft mit Regierungslimousinen drängen, bislang eine Domäne der Ingolstädter.
Hohe chinesische Staatsdiener haben Anspruch auf einen Audi A6. Der Volvo-Deal macht die chinesische Autobranche jetzt noch selbstbewusster. „Chinesische Autohersteller sollten bei Einkäufen im Ausland generell mutiger sein“, sagt etwa Fu Yuwu, Generalsekretär der chinesischen Society of Automotive Engineers. Geely will mit der schwedischen Premiummarke vom Billigimage wegkommen, einen Qualitätssprung schaffen und fortschrittliche Technologien in die eigenen Modelle bringen. Umgerechnet 1,34 Milliarden Euro bezahlt Geely für Volvo – 1999 hatte Ford dafür noch die vierfache Summe hingeblättert. Zusätzlich will Geely rund 670 Millionen Euro frisches Kapital in Volvo pumpen. Das Geschäft soll im dritten Quartal abgeschlossen werden. Ab diesem Zeitpunkt muss Volvo für eine Reihe von Ford-Technologien Lizenzgebühren zahlen.Geely-Chef Li Shufu verspricht, die Werke im schwedischen Torslanda und im belgischen Gent zu erhalten. Eine konkrete Bestandsgarantie für die Werke und die 20.000 europäischen Arbeitsplätze gibt es aber nicht. Auch Entwicklung und Forschung sollen in Europa bleiben. Zugleich aber will Shufu neue Volvo-Werke in China errichten, um dort für den lokalen Markt zu produzieren. Bislang fertigt das Joint Venture Changan Ford Mazda in China den Volvo Geely-Chef Li Shufu: Volvos Markenkern bleibt unangetastet. S40 und den S80 in bescheidenen Stückzahlen. 2009 wurden in China 22.405 Volvo verkauft, immerhin fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Audi dagegen kam auf 157.188 Einheiten. Am Markenkern und der Premium- Positionierung von Volvo wollen die Chinesen nicht rühren. „Geely bleibt Geely und Volvo bleibt Volvo. Geely wird keine Volvos bauen und Volvo keine Geelys“, betont Li Shufu.Geely kauft Volvo und greift Audi in China an
Mit der Komplett- Übernahme von Volvo durch den chinesischen Autobauer Geely wird für Chinas Autoindustrie eine neue Ära eingeläutet. Analysten sehen damit Audis Pole-Position im Reich der Mitte gefährdet. "Volvo könnte sogar Audi oder andere Luxusmarken in China überholen und zur neuen Marke für Regierungsfahrzeuge werden“, sagt der chinesische Automobil- Analyst Jia Xinguang.