Köln. Zwei Jahre nach der Übernahme durch die chinesische Geely- Gruppe steht der schwedische Autobauer Volvo besser da denn je. Der globale Absatz legte 2011 um 20,3 Prozent auf 449.255 Einheiten zu. Dabei verbuchten alle Regionen Wachstum: China plus 55 Prozent, Nordamerika plus 22,5 Prozent, Europa plus 13,1 Prozent. Auch Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Bauer hat Grund, ein breites Lächeln aufzusetzen: Hierzulande verkauften die Schweden knapp 34.000 Fahrzeuge, 31,4 Prozent mehr als im Vorjahr.
Der Marktanteil rutschte damit wieder über die Ein-Prozent- Schwelle auf 1,1 Prozent. Bauer hat eine ungewöhnliche Erklärung für den Erfolg: „Wir sind nicht so marktgetrieben wie andere Hersteller.“ Durch die spezielle Zielgruppe entwickle sich Volvo teilweise unabhängig von konjunkturellen Aufs und Abs, so Bauer. Zum Schaden der Volvo-Händler ist dies offenbar nicht: Ihre Durchschnittsrendite lag Bauer zufolge 2011 bei 2,0 Prozent, eine höhere wurde bei Volvo nie gemessen. „Das beste Viertel der Händler kommt sogar auf eine Rendite von 3,5 Prozent“, erklärt der Deutschland-Chef. Volvos Erfolgsgeheimnis sei eine gute Balance zwischen Wachstum, Händlerrendite und Kundenzufriedenheit.
Im laufenden Jahr soll der Absatz um rund zehn Prozent steigen, auch der Marktanteil soll zulegen. Mittelfristig peilt Bauer einen Anteil von 2,0 Prozent an. Im September erhofft er sich zusätzlichen Schub durch den neuen Kombi V40, der den V50 ersetzt und das zweite Volumenmodell neben dem XC60 werden soll. Bauers Hauptaufgabe besteht in diesem Jahr darin, auch im deutschen Netz die neue Markenstrategie „Designed around you“ anzuschieben. Sukzessive sollen alle 300 Standorte in Deutschland grundlegend neu gestaltet werden. „Wir wollen künftig Fahrzeuge anbieten, die eins zu eins auf Augenhöhe mit Audi, BMW und Mercedes-Benz stehen“, so Bauer. Als Wendepunkt sieht man bei Volvo dabei das Jahr 2014, in dem der neue XC90 erscheinen soll.